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Kommunismus

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Hauptseite » Ideologie » Kommunismus
Totalitarismus in seinen Spielarten:
1. Kommunismus: Die Kapitalisten sind schuld
2. Nationalsozialismus: Die Juden sind schuld
3. Feminismus: Die Männer sind schuld

Der Begriff Kommunismus bezeichnet eine politische Ideologie, die auf der sozial-utopischen Vorstellung von einem "idealen" Gesellschafts­system, in dem alle "Produktions­mittel" gemeinschaftlich verwaltet werden und in dem Frieden und Gerechtigkeit herrschen, basiert. Diese Vorstellung wurde hauptsächlich im 19. Jahrhundert von Karl Marx[wp] und Friedrich Engels[wp] entwickelt und zu einem pseudo­wissen­schaftlichen System ausgebaut. Die Philosophie, welche dieser Ideologie zugrunde­liegt, wird auch als Marxismus oder Marxismus-Leninismus bezeichnet.

Die drei Spielarten des Sozialis­mus vereinigt in einer fiktionalen Fahne: Der rote, braune und lila Sozialismus

Historisches Schlagwörterbuch

Kommunist im Sinne eines politischen Schlagwortes nannte sich zuerst Étienne Cabet[wp] im Jahre 1840. Vgl. sein Aufsehen erregendes Glaubens­bekenntnis Comment je suis communiste et mon crédo communiste (Paris 1840) und seine im gleichen Jahre zuerst erschienene kommunistische Utopie Voyage en Icarie.

Die Parole zündete und entfesselte eine ungewöhnlich lebhafte Diskussion. Unter den ersten, die sie den Deutschen vermitteln, ist Heine[wp], der seit 1841 das Thema an zahlreichen Stellen seiner Schriften anschlägt. Vgl. nur 6, 278 ff. (1841), wo er seine Leser seitenlang über Kommunisten­regiment, Kommunismus und Kommunisten zu unterrichten weiß. Aus dem folgenden Jahre sei 6, 315 die Äußerung hervorgehoben: "Kommunismus ist der geheime Name des furchtbaren Antagonisten, der die Proletarier­herrschaft in allen ihren Konsequenzen dem heutigen Bourgeois­regimente entgegensetzt." Dann betitelt er 6, 408 ff. (1843) einen besonderen Aufsatz: "Kommunismus, Philosophie und Klerisei".

Aber auch andere Stimmen leisten sich vernehmen. Gutzkow 12, 277 ff. (1842) handelt ausführlich über die neue französische Errungenschaft. Wenn er trotzdem zwei Jahre später noch (Aus der Zeit und dem Leben, S. 383) von dem "sonderbaren Neuwort: Kommunismus" spricht, so opponiert er damit nur gegen den Mißbrauch des Ausdrucks.

Vgl. auch Grenzb. 1843, 1033 und Hoffmann von Fallersleben[wp] 4, 304 (1843), der ein Gedicht mit dem Aufruf "Kein Kommunismus!" überschreibt.

Über den gehässigen Ton, den man namentlich von seiten der Behörden mit dem Ausdruck zu verbinden pflegte, belehrt eine ingrimmige Auslassung Auerbachs 20, 247 (1846) anschaulich genug: "Der Polizeistaat will nicht sehen, welch eine gewaltige Umwälzung herein­zu­brechen droht; er sucht sich zu helfen, indem er Schweigen auferlegt, und wer ein unangenehmes Wort davon verlauten läßt, für den hat man alsbald das nagelneue Ketzerwort Kommunist in Bereitschaft und er ist gerichtet." [1]

Die Varianten des Kommunismus

Zitat: «Gegenstand der Frankfurter Schule war, den gescheiterten Kommunismus mit verschiedenen Klassenkampf-Elementen durch­zu­deklinieren und zu versuchen, einfach irgendwie Streit (= Klassen­kampf) anzuzetteln, weil man glaubt, dass der große Krieg erst in Vernichtung und dann automatisch in Paradies enden wird.
Kommunismus 1.0 war Kapital, hat nicht funktioniert.
Kommunismus 2.0 war Feminismus, hat auch nicht funktioniert.
Kommunismus 3.0 war Schwule und Lesben, hat nicht gezündet.
Kommunismus 4.0 war Gender, Inter und Transen, hat auch nicht geklappt.
Kommunismus 5.0 war Migration und Rassen, kracht gerade.
Kommunismus 6.0 (hatte ich mal so im Spaß geschrieben), war Menschen gegen Maschinen/Roboter/KI aufzuwiegeln.[2]

Anscheinend gibt man 3.0 und 4.0 wegen Inkompatibilität zu 5.0 gerade schleichend auf. 2.0 war eigentlich auch ein Rohr­krepierer, kann aber wegen des hohen Frauen­anteils in der SPD nicht mehr so ohne weiteres fallen gelassen werden.

Deshalb versucht man es nun wohl mit einer Mischung aus 2.0 und 5.0. Was ja sogar arithmetisch passen würde, weil 2.0 und 5.0 = 7.0, also weiter geht's in der Liste.

Heißt aber: Schwule, Transen und so weiter sind in der SPD ziemlich raus, die müssen jetzt zu den Grünen. SPD macht auf Women of Colour[wp] - Hadmut Danisch[3]

Zitat: «Der Topf wird immer voller, denn mit Kommunismus 1.0 kamen da die Kapitalisten, Faschisten und Nazis rein, mit Kommunismus 2.0 waren es die Sexisten und Misogynisten, mit Kommunismus 3.0 kamen noch die Homophoben dazu, bei Kommunismus 4.0 auch die Biologisten und Zwei­geschlechtlichen, bei Kommunismus 5.0 dann noch die Rassisten und Islamophoben. Der Topf wurde ziemlich voll.

Und es wurde immer absurder, weil die Antifa nicht heller wurde. Man musste der nach wie vor ein einzelnes Feindbild vorgeben. Und so kam es, dass Kapitalisten, Nazis, Sexisten, Rassisten, nun alles eins ist. Weil der Kommunismus sich für so toll erklärt, dass er es sich als Ideologie gar nicht leisten kann, zuzugeben, mehr Gegner als nur diese eine, kleine, verblendete Minderheit zu haben und selbst nicht die Mehrheit zu sein.

Das ganze geisteswissenschaftliche und öffentlich-politisch-pseudo­intellektuelle Leben hat sich längst auf das Trauma reduziert, dass es 1917-1920 (ff.) nicht mit dem Welt­kommunismus funktioniert hat, das aber freilich durch­dekliniert von Kommunismus 1.0 bis 5.0. Feminismus, Gender, Sachsen-Rassisten rauf und runter und Trump ist der Teufel. Im Fernsehen machen sie (außer Koch­sendungen, Quizshows, Helene Fischer[wp] und Bares für Rares[wp]) auch sonst nichts anderes mehr. Geht man heute an geistes­wissen­schaftliche Fakultäten, dann findet man da Lesungen zu Marx oder Übungen in Kapitalismus­kritik, die manchmal so kümmerlich wirken, als wollte man verhindern, dass die ganz auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.

Im Prinzip war die DDR der verfestigte Traum des Scheiterns des west­europäischen Kommunismus, der sich dann per Metamorphose vom gescheiterten Staat in die dauer­alimentierten Staatsorgane wie Universitäten und öffentlich-rechtlicher Rundfunk verwandelt hat. Als hätte man den Primärtumor heraus­geschnitten, aber nicht bemerkt, dass er den ganzen Organismus schon mit Metastasen befallen hat.

Insofern sind unsere Universitäten heute die Verschmelzung aus der Antifa Ost, die jeden Gegner des Kommunismus gewaltsam bekämpft, mit der Frankfurter Schule West, die sich wundert, warum der Kommunismus nicht funktioniert und gezündet hat, und krampfhaft versucht, den Fehler zu beheben und neue Varianten auszuprobieren. Siehe Yascha Mounk und das Experiment.[4]

Im Prinzip müsste man daher vermuten, dass dem Kommunismus die Ideen und die Deklinations­möglichkeiten ausgehen. Sämtliche Varianten von Kommunismus 1.0 bis 5.0 sind gescheitert oder scheitern gerade.» - Hadmut Danisch[5]

Zitat: «Eine neue Kategorie in der Taxonomie.

Ich hatte doch schon diverse Mal erläutert, dass die in der Frankfurter Schule verzweifelt überlegt haben, warum das mit dem Marxismus-Kommunismus nicht so funktioniert hat, wie erwartet und vorhergesagt. Das ist halt der Unterschied zwischen Marx und Einstein, zwischen Geistes- und Natur­wissen­schaftler. Bei Einstein sind die Vorhersagen eingetreten und es brachte großen Nutzen. Bei Marx ist nichts eingetreten, aber es brachte großen Schaden.

Jedenfalls grämten sie sich, warum der vorhergesagte und inniglich erwartete Klassenkampf nicht eingetreten war.

So ein bisschen haben sie selbst gemerkt, dass das mit dem Kapitalismus als Schuldigem und Klassenfeind nicht richtig läuft, weil es den Arbeitern im Kapitalismus weit besser ging als denen im Kommunismus, und weil es die Kapitalisten und nicht die Kommunisten waren, die sie vor der Juden­verfolgung Hitlers gerettet und aufgenommen hatten.

Also suchten sie ein anderes Streitmoment und kamen auf Jünger von Sigmund Freud[wp], die das etwas exzessiv betrachteten, also quasi Freudistische oder Freud­extreme. Die brachten sie auf Freuds Ansichten bezüglich der Geschlechter­dramen, und daraus wollten sie dann einen neuen Klassenkampf Frauen gegen Männer machen, Feminismus als Aufwiegelung. Hat auch nicht so geklappt wie erwartet, also versuchte man sich an weiteren Streit-vom--Zaun-Brechungen, ich hatte die schon mehrfach kategorisiert, etwa hier:

Zitat: «Deshalb gab es Kommunismus 2.0 mit Feminismus, Kommunismus 3.0 mit Schwulen und Lesben, Kommunismus 4.0 mit Gender und Transen, Kommunismus 5.0 mit Migration und Rassen. Man versucht und versucht und versucht und es klappt nicht.»[5]

In dem Artikel hatte ich ja dann auch die Kategorie 6.0 angesprochen, nämlich Menschen gegen Maschinen streiten zu lassen, die ihnen die Arbeit wegnehmen (was aber dann doch wieder gewisse Ähnlichkeit mit Kommunismus 1.0 hat).

Schaut man sich an, was so gerade abläuft, dann bekommt man den Eindruck, dass wir gerade Kommunismus 7.0 und 8.0 beobachten können:

  • Junge gegen Alte, Ausstieg aus Generationenvertrag[wp]
  • CO2, Klima, Gretisten gegen Dieselfahrer

Anscheinend versucht man in einer Art Torschluss­panik irgendetwas zu finden, womit sich der große Gesellschafts­krieg vom Zaun brechen ließe, der große Klassenkampf. Mal ehrlich, stinkt dieses ganze Autos raus aus Städten und Elektro­fahrrad und Einsparen-Krieg nicht nach künstlich angezetteltem Klassenkampf?» - Hadmut Danisch[6]

Ich habe doch mal geschrieben, dass der Kommunismus mit dem Proletariat[wp] und dem Kapitalismus als Feindbild nicht funktioniert hat, und die Frankfurter Schule dann mit Sigmund-Freud[wp]-Schülern versucht hat (auch weil sie in den USA sahen, dass es den Leuten dort besser ging als im Kommunismus und sie ihr Gastland nicht so verprellen konnten), die Achse Proletariat-Kapital durch andere Streitebenen zu ersetzen.

Da kamen dann Themen wie Frau, Sexualität, Geschlecht, Herkunft/Rasse als versuchte Streitebenen dazu, weil man ja nun unbedingt eine Klassenkampf vom Zaun brechen, dazu Streit säen und die Interessen des Unter­drückten vertreten muss. [...]

Es geht immer um dasselbe Muster: Eine Klasse von Opfern ist im Krieg gegen eine andere Klasse von Unterdrückern. Deshalb braucht man Klassenkampf, Partei und so weiter. Die Rollen tauscht man aus, bis man endlich welche findet, die funktionieren.

Oder um in meinem Modell von Amygdala, Hirnstruktur und evolutionär erworbenen Urzeit­verhalten­weisen zu bleiben: Denen geht's zu gut. Das Hirn will ständig gegen feindliche Rudel Krieg führen. Und wenn da durch Zivilisation bedingt kein echter Gegner mehr ist, dann machen sie welche. Konrad Lorenz[wp] hätte es Übersprungshandlung[wp] genannt, wie bei den Gänsen, die ihr Ei ins Nest zurückrollen, auch wenn man es wegnimmt und da gar kein Ei mehr ist. Ist halt so programmiert. Und so, wie die Affen auf den Bäumen Krieg gegeneinander führen, ist Kommunismus die Befriedigung dieses Affentriebs im Hirn: Wir brauchen Kampf, wir brauchen Gegner und Feinde, und wir brauchen einen moralischen Grund für den Krieg, die Unterdrückung. Heute würde man sagen: Verschwörungs­erzählung. Kapitalismus, Gender, Rassismus und so weiter: Alles Verschwörungs­"erzählungen", die den Zweck haben, die Amygdala und alles außenherum in den Zustand "wir werden umzingelt und angegriffen" zu versetzen, um jedes noch so dreckige intrigante Handeln moralisch zu rechtfertigen und das Sozial­verhalten zu betäuben.

Der ganz linke Antifa, Sexismus, Rassismus, Populismus-Hokuspokus ist quasi nichts anderes, als im Hirn das moralische Kriegsrecht auszurufen, damit die normalen Regeln nicht mehr gelten. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass eigentlich so gut wie fast alles nur noch darum geht, mit diesem verdammten Urzeit-Hirn irgendwie zu Potte zu kommen. Und wenn wir keine Steinzeit­kämpfe mit Stein­äxten und Holz­keulen mehr führen, dann machen wir eben Klassenkampf. Und Klassen­stand­punkte als Rudel­position. Kommunisten sind Leute, die es zum homo sapiens nicht geschafft haben und wie Affen noch auf den Bäumen hausen, und eigentlich schon homo erectus eine Überbewertung wäre. Wer das jetzt zu grob findet: Im Hambacher Forst[wp] sitzen sie doch auf Bäumen und werfen mit Kot auf Polizisten. Mental keinesfalls oberhalb von Schimpanse.

Inzwischen schon fragt man sich, ob das Bundesverfassungsgericht völlig nach links weggekippt ist, weil sie nicht nur von "Beschwerde­führenden" statt Beschwerde­führern reden, sondern ein Gesetz zum Klimaschutz für verfassungswidrig erklärt haben, weil es nicht weit genug geht. So ein Urteil kann es eigentlich gar nicht geben, weil das Bundes­verfassungs­gericht - wie dessen Richter früher, als die noch halbwegs bei Besinnung waren, oft sagten - nicht die Politik ersetzen darf. Es ist nicht demokratisch legitimiert und nicht Gesetzgeber, es darf nur die Leitplanken aufzeigen.

Inzwischen aber zwingen sie - ohne jede demokratische Legitimation, quasi als das Klassen­stand­punkt­gericht - der Regierung und dem Gesetzgeber auf, wie zu regieren ist.

In dieser Verfassungsgerichts­entscheidung findet sich nun der denkwürdige Absatz 136, in dem es da heißt

Zitat: «Die Umweltverbände, die als Beschwerde­führer zu 12) und 13) im Verfahren 1 BvR 2656/18 auftreten, machen aufgrund von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 3 und Art. 20a GG im Lichte des Art. 47 GRCh als "Anwälte der Natur" geltend, der Gesetzgeber habe keine geeigneten Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels ergriffen und hierdurch verbindliche unions­rechtliche Vorgaben zum Schutz der natürlichen Lebens­grundlagen missachtet. Eine solche Beschwerde­befugnis sehen das Grundgesetz und das Verfassungs­prozess­recht für die Verfassungs­beschwerde jedoch nicht vor.»

Umweltverbände, die als "Anwälte der Natur" auftreten.

Anwälte, die sich ihre Mandanten einfach imaginieren. Kann sich ja auch nicht wehren, die Natur. Vollmacht wird auch nicht vorgelegt. Erinnert aber stark daran, dass der ganze kommunistische Krampf immer nur darum geht, sich als Anwalt von irgendwem aufzuspielen, der sich nicht dagegen wehren kann. Hatte ich ja vor Jahren schon beschrieben, dass sich weiße Piratinnen darin aufspielten, Anwalt, Schützer und Verteidiger irgendeiner, immer feiner granularisierten unter­drückten Minderheits­gruppe zu sein, auch wenn der angebliche Unterdrücker von der noch nie gehört hat.

Kollektiver Hirnschaden.

Da läuft das Steinzeit­programm ab, und sie können gar nicht anders, als sich für den Verteidiger irgendwelcher Unterdrückten zu halten, so als Robin-Hood-Zombies.

Irgendwo, ich weiß nicht mehr in welchem Land (Neuseeland?), hat tatsächlich schon mal ein Gericht in einer Umwelt­streit­sache einen anwaltlich vertretenen Fluss als Kläger zugelassen.

Wir sind damit wieder beim Animismus[wp], den frühen Religionen mit vielen Göttern, die jedem Ding, jeder Pflanze, jedem Tier eine ihm innewohnende Gottheit zuschreiben. Und dann klagen eben der Gott der Bäume, des Wassers oder des Meeres vor Gericht, wie im alten Rom oder Griechenland. Bislang sieht das Bundes­verfassungs­gericht diese noch als unzulässig an, aber nicht mehr lang.[anm 1]

Gerade habe ich einen Hinweis bekommen, auf Facebook mal den Kommentar des Schweizer Nationalrats Roger Köppel dazu anzuhören.

Der sagt das auch: Die Grünen sind ganz gewöhnliche Kommunisten, die einfach nur die Rolle des Proletariats durch die Natur ersetzt haben, weil die Natur sich dagegen nicht wehren kann. So eine Zwangs­anwalt­schaft einer imaginierten Klasse für den erhoffen Klassenkampf.

Was ist Kommunismus?

Ich hatte schon häufig beschrieben, dass Religion, Gott, nichts anderes ist als eine Vorstellung, eine meditative Übung, um die Gehirnstruktur zu befriedigen, deren Ablauf­programme einem vorschreiben, sich dem Rudel und dessen Regeln zu unterwerfen und stets dem Leithammel zu folgen. Hat sich halt evolutionär bewährt, wenn das Rudel Steinböcke im Berg rumkraxeln oder die Antilopen in der Savanne vor den Raubkatzen bestehen wollen.

Gott ist halt ein Leithammel to go, einer, den man immer mit sich herumtragen kann. Und die zehn Gebote[wp] eine recht übersichtliche Form von Rudel­regeln. Sie haben ja sogar Taufe und Exkommunikation, Aufnahme und Verstoß aus dem Rudel.

Alles für's Hirn, damit das sein Verhaltens­programm von vor Millionen von Jahren abfahren kann.

Letztlich ist aber auch Kommunismus nichts anderes.

Wir haben da noch Programme drin, die den Ablauf steuern, wie die eine Affenhorde gegen die andere kämpft und sie verdrängt, oder sich erfolgreich gegen stärkere Affenrudel zur Wehr setzt, und der Kommunismus bedient genau diese Programme, macht sie sich zunutze. Klassenkampf. Klassen­stand­punkt. Rudelwesen. Mauer drum. Stasi. Rudelhygiene.

Und nun muss halt die Natur verteidigt werden, weil die ja auch nicht das Mandat entziehen kann.

– Hadmut Danisch[7]

Familien- und Gesellschaftszerstörung

Auszug aus dem Manifest der Kommunistischen Partei[wp]:

Aufhebung der Familie! Selbst die Radikalsten ereifern sich über diese schändliche Absicht der Kommunisten.

Worauf beruht die gegenwärtige, die bürgerliche Familie? Auf dem Kapital, auf dem Privaterwerb. Vollständig entwickelt existiert sie nur für die Bourgeoisie; aber sie findet ihre Ergänzung in der erzwungenen Familien­losigkeit der Proletarier[wp] und der öffentlichen Prostitution.

Die Familie der Bourgeois fällt natürlich weg mit dem Wegfallen dieser ihrer Ergänzung, und beide verschwinden mit dem Verschwinden des Kapitals.

Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein.

Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen.

Und ist nicht auch eure Erziehung durch die Gesellschaft bestimmt? Durch die gesellschaftlichen Verhältnisse, innerhalb derer ihr erzieht, durch die direktere oder indirektere Einmischung der Gesellschaft, vermittelst der Schule usw.? Die Kommunisten erfinden nicht die Einwirkung der Gesellschaft auf die Erziehung; sie verändern nur ihren Charakter, sie entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse.

Die bürgerlichen Redensarten über Familie und Erziehung, über das traute Verhältnis von Eltern und Kindern werden um so ekelhafter, je mehr infolge der großen Industrie alle Familien­bande für die Proletarier zerrissen und die Kinder in einfache Handels­artikel und Arbeits­instrumente verwandelt werden.

Aber ihr Kommunisten wollt die Weiber­gemeinschaft einführen, schreit uns die ganze Bourgeoisie im Chor entgegen.

Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein bloßes Produktions­instrument. Er hört, daß die Produktions­instrumente gemeinschaftlich ausgebeutet werden sollen, und kann sich natürlich nichts anderes denken, als daß das Los der Gemein­schaftlichkeit die Weiber gleichfalls treffen wird.

Er ahnt nicht, daß es sich eben darum handelt, die Stellung der Weiber als bloßer Produktions­instrumente aufzuheben.

Übrigens ist nichts lächerlicher als das hoch­moralische Entsetzen unserer Bourgeois über die angebliche offizielle Weiber­gemeinschaft der Kommunisten. Die Kommunisten brauchen die Weiber­gemeinschaft nicht einzuführen, sie hat fast immer existiert.

Unsere Bourgeois, nicht zufrieden damit, daß ihnen die Weiber und Töchter ihrer Proletarier zur Verfügung stehen, von der offiziellen Prostitution gar nicht zu sprechen, finden ein Haupt­vergnügen darin, ihre Ehefrauen wechsel­seitig zu verführen.

Die bürgerliche Ehe ist in Wirklichkeit die Gemeinschaft der Ehefrauen. Man könnte höchstens den Kommunisten vorwerfen, daß sie an Stelle einer heuchlerisch versteckten eine offizielle, offenherzige Weiber­gemeinschaft einführen wollten. Es versteht sich übrigens von selbst, daß mit Aufhebung der jetzigen Produktions­verhältnisse auch die aus ihnen hervorgehende Weiber­gemeinschaft, d.h. die offizielle und nicht­offizielle Prostitution, verschwindet.

Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat[wp] zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie. Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handels­freiheit, dem Weltmarkt, der Gleich­förmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebens­verhältnisse.

Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten Länder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung.

In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegen­einander.

Die Anklagen gegen den Kommunismus, die von religiösen, philosophischen und ideologischen Gesichts­punkten überhaupt erhoben werden, verdienen keine ausführlichere Erörterung.[8]



Marx über die Familie

Karl Marx[wp] leugnet die anthropologische[wp] Grundgegebenheit "Familie":

"Es ist überhaupt nicht von 'der' Familie zu sprechen."

Die Familie ist also keine natürliche Gemeinschaft. (MEW, Band 3, S. 164.)

Die Arbeitsteilung in der Familie sei die Wurzel der gesellschaftlichen Arbeitsteilung[wp]. Die Arbeits­teilung wiederum sei die Ursache des Privat­eigentums[wp], der Klassengesellschaft[wp] und der Ausbeutung[wp]. (MEW, Band 3, S. 32.)

Um Frauen und Kinder aus der Sklaverei durch den Mann zu befreien, müsse die Ehe als staatliche Institution sowie die Familie und das elterliche Erziehungs­­recht abgeschafft werden. (MEW, Ergänzungsband 1, S. 537; MEW, Band 3, S. 6, 164)

Daraus ergeben sich für Marx folgende Prinzipien für die Familienpolitik:
"Erziehung sämtlicher Kinder, von dem Augenblick an, wo sie der ersten mütterlichen Pflege entbehren können, in National­­anstalten und auf National­­kosten. Erziehung und Fabrikation zusammen." (MEW, Band 4, S. 373.)

"Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemein­eigentum hört die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privat­­haus­­haltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird öffentliche Angelegenheit; die Gesellschaft sorgt für alle Kinder gleichmäßig, seien sie eheliche oder uneheliche." (MEW, Band 21, S. 75ff.)[9]



Familie im Kommunismus

Die Frage, welche Rolle die Familie im real­­sozialistischen Kommunismus eingenommen hat, erscheint nur ober­flächlich betrachtet als "weiches" Spezial­thema. Bei näherem Hinsehen sind in ihr jedoch viele verschiedene die Gesellschaft strukturierende Themen, wie die Frage nach dem neuen Menschen,