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Meinungswirtschaft

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So einfach ist Manipulation in den Medien
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Der Begriff Meinungswirtschaft (auch: politisch-mediale Bewusstseinsindustrie [1] oder medial-politischer Komplex [2], bzw. medial-politisches Kartell (MPK) [3]) bezeichnet den Teil der Wirtschaft, der mit der gewerblichen Verbreitung von Meinungen Geld verdient. Die Meinungswirtschaft ist von oligarchischen Strukturen geprägt, was bedeutet, dass eine überschaubare Gruppe von Radio­stationen, Fernseh­sendern, Zeitungen und Magazinen die öffentliche Meinung bestimmt.

Wie Journalismus arbeitet   © Matt Wuerker[wp]
Die Meinungswirtschaft bei der Arbeit.

Stimmen zum Thema

Zitat: «Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht, auch nicht in Amerika. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten eine ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge. Und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer Zeitungs­ausgabe erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.» - John Swinton[wp] im Jahre 1880[4]
Zitat: «In der Meinungswirtschaft, in der ich mein Geld verdiene, gibt es praktisch nur Linke. Und wer es nicht ist, behält das lieber für sich.» - Jan Fleischhauer[5]
Zitat: «Die Medien arbeiten zunächst einmal für sich. Die Medien sind ein Gewerbe. Die Privatmedien müssen Rendite machen. Die Medien verkaufen Zerstreuung, Unterhaltung, Werbung und Nachrichten. Die Medien liefern den Rahmen für die Operationsweise der Eliten. Sie liefern dem Staat auch eine Möglichkeit, einerseits einen Operations­rahmen für die Wirtschaft zu schaffen und auch wieder die Bevölkerung zu disziplinieren und zu kanalisieren. Die Medien haben NICHT die Funktion, die Wahrheit zu sagen. Das Wort Lügenpresse ist ein gefährliches Wort. [...] Sie kämen nie auf die Idee, beispielsweise bei der Werbung zu sagen: Das ist ja "Lügen"-Werbung! [...] Sie sagen auch nicht: Das ist ein Lügen-Banker oder ein Lügen-Bischof. [...]» - Rainer Mausfeld[6]
Zitat: «Das, was die Medien machen, ist Volksverdummung. Sie machen Politik und Meinungs­bildung, indem nicht alle Fakten im Bericht erwähnt werden.»[7]
Zitat: «Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Das ist die Grundannahme des herrschenden Diskurses in der Bundesrepublik. Journalisten, Intellektuelle, Politiker, Pädagogen und Lehrer sehen sich in der besonderen Pflicht, Bewusstsein zu schaffen. Bewusstsein für Umwelt­zerstörung, Rassismus, soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und vieles mehr. (...) Dieser naive gesell­schafts­theoretische Idealismus hat drastische Folgen für den Stellenwert der Meinungsfreiheit. Es wird umso intoleranter auf andere Meinungen reagiert, je stärker jemand von der realen Wirkung von Meinungs­äußerungen ausgeht. Wenn man daran glaubt, dass allein die Wirksamkeit bestimmter öffentlich geäußerter Meinungen für die Probleme der Gesellschaft verantwortlich ist, dann ist der Schritt zu der Überzeugung, dass man diese Meinungen bekämpfen und unter­binden muss, ein sehr kleiner. Wer wirklich davon ausgeht, dass die Welt nur gerettet werden kann, wenn alle an die Erd­erwärmung glauben, für den ist jeder Kritiker, der seine Meinung öffentlich kundtut, nicht nur ein intellektueller Gegner, sondern der Feind der ganzen Menschheit.» - Gérard Bökenkamp[8]
Zitat: «Die Masse folgt den vorgegebenen Parolen.» - Martin Hohmann[9]
Zitat: «Professor Kepplinger, der an der Uni Mainz lehrt, befragte die Journalisten über ihr Selbstbildnis und er formulierte die Fragen sehr intelligent. Er fragte sie, ob sie eher links oder eher rechts gestanden haben als sie in der Schule waren, oder ob sie eher rechts oder links von den Eltern gestanden haben, und 80 % derjenigen, die in den Medien beschäftigt sind, sagten, sie hätten links von den Eltern und den Klassen­kameraden gestanden. Auf der anderen Seite, wenn sie die Leute in den Medien fragen, wem sie zuhören, dann antworten sie in über­wiegender Mehrheit, dass sie auf andere Journalisten hören. Das ist wiederum ein Prozess der eigenen Wahl, ich bin überzeugt, wenn Sie 100 Juristen befragen, ob sie sich eher rechts oder links einordnen, dann werden die meisten antworten eher rechts. Genauso sieht es bei Ingenieuren aus. Alle Menschen, die sich in einer Gesellschaft mit den harten Sachen beschäftigen, tendieren eher nach rechts und alle, die die Gesellschaft eher meinungs­mäßig beeinflussen tendieren nach links.» - Thilo Sarrazin[10]
Zitat: «Der aufgeklärte und mündige Citoyen wird stillgelegt und in unserer post­demo­kratisch gelenkten Medien­gesell­schaft zunehmend durch den Claqueur[wp] in verworrenen Talkshows ersetzt.» - Hartmut Krauss[wp][11]
Zitat: «Es gibt in Deutschland zu gewissen Themen eine politisch korrekte Haltung, gegen die kein Journalist, der in den Mainstream-Medien arbeitet, verstoßen darf, andernfalls ist er weg vom Fenster.» - Eva Herman[12]
Zitat: «Die Deutschen haben ihren Medien ein mieses Zeugnis in Sachen Vertrauens­würdigkeit ausgestellt. Im diese Woche veröffentlichten Korruptions­barometer von Transparency International haben die Medien die Note 3,6 bekommen. Vor drei Jahren lag der Wert immerhin noch bei 3,0. Damit ist die deutsche Medien­land­schaft in der Wahrnehmung der Bürger fast so schlecht wie die politischen Parteien (3,8). Haben wir Medienmacher das Vertrauen der Bürger leichtfertig verspielt?»[13]
Zitat: «Die Systempresse hält sich ein paar Hofnarren, die ab und zu die Wahrheit schreiben dürfen, um der Leserschaft Pluralität vorzugaukeln.»[14]
Zitat: «Der Journalist Jürgen Liminski zeigt in seinem Buch "Die verratene Familie - Politik ohne Zukunft" sehr offen auf, welche Rolle gerade Medien bei der Verbreitung von Informationen haben. Mehrheitlich findet eine Meinungsmache im Sinne von politisch gewünschten Ergebnissen statt. Objektiv ist sie nicht. Tenor: Erwerbs­tätigkeit für alle, Kinder in die Krippe, ob die das nun wollen oder nicht.»[15]
Zitat: «Journalismus ist das Immunsystem der Demokratie.
Journalismus beginnt innerhalb der Redaktionen.
Journalismus bedeutet, die Fragen zu stellen, die andere für beantwortet halten.

Diese drei Leitsätze haben das Leben des Vollblut-Journalisten Dirk C. Fleck immer begleitet und seine Arbeit geprägt. Der 1943 in Hamburg geborene Autor zählt zu den journalistischen Urgesteinen der Republik. Er hat jahrelang für die ganz großen Magazine gearbeitet: Geo, Meridian, Stern, Die Woche, Tempo, Der Spiegel.»[16]

Zitat: «Während Zeit und Geld ständig knapper werden, in den Redaktionen und Korrespondenz­büros immer weniger Leute die gleiche Menge an Arbeit machen, wächst in Wirtschaft und Politik die Macht und Zahl der Spin-Doktoren[wp], PR-Consultants, Agenda­setter[wp], Werber, Image­berater, Markt­forscher[wp], Event­mangager[wp] und Medien-Coaches. Meinungen und Stimmungen werden gegen Geld von Profis gemacht. Ihre perfekt designten Bilder und Botschaften zielen direkt auf die Massen. Der unabhängige Journalist ist nur noch Störfaktor.» - Tom Schimmeck[wp], in: Am besten nichts Neues[17][18][19]
Zitat: «Ken Jebsen: "Wo leben wir denn eigentlich?" - Dirk C. Fleck: "Herr Jebsen, erwarten Sie jetzt eine ehrliche Antwort?" - Ken Jebsen: "Ja!" - Dirk C. Fleck: "Dann garantiere ich Ihnen, dass ich nach dieser Sendung in eine ähnliche Ecke gestellt werde, in der Sie sich bereits aufhalten. Wir leben in einem globalen Schweinesystem. Unsere Demokratien sind heute lediglich die Deckmäntelchen legalisierter Schweinereien. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen."» - Dirk C. Fleck[20]
Zitat: «Selbst Staaten wie die USA und Großbritannien rücken investigative Journalisten und ihre Hinweis­geber mittlerweile in die Nähe des Terrorismus - Michael Rediske[21]
Zitat: «Wir sollten das Wort des Jahres durch eine Bewegung des Jahres ersetzen. Nein, es ist nicht Pegida. Die größte, wuchtigste und folgen­schwerste Bewegung 2014 war und ist der Aufstand des Publikums gegen die Massenmedien. Angekündigt hat sich die Revolte seit Jahren. Eskaliert ist sie mit der völlig einseitigen Bericht­erstattung über den Ukraine-Konflikt, in dem die Leitmedien fast geschlossen eine aggressive, anti-russische Position einnehmen.

Ihren vorläufigen Gipfel findet dieser Aufstand im Enthüllungs-Bestseller von Udo Ulfkotte über Gekaufte Journalisten, aber auch in den lauten Chören der Dresdener Demonstranten von der "Lü-gen-pres-se". Die Medienrevolte findet weniger auf der Straße statt als im Internet, bei den Netzmedien. Diese bilden sich als Gegen-Öffentlichkeit heraus. Man könnte sie auch den neuen Mainstream nennen. [...]

Teil des Problems ist ein fast kantsches Aufklärungs­bewusstsein, das Journalisten in diesen Beruf treibt und die Nachrichten­welt wie ein zwei­geschossiges Universum begreifen lässt: Oben der Deutungs-Adel, unten die Dumpf­backen und Ahnungs­losen, die von den Erleuchteten zur Erkenntnis geschrieben und geführt werden.

[...] Im Schweizmagazin wird eine Erklärung dafür gegeben, warum die politische Kaste so allergisch reagiert, wenn sich etwas gegen die Leitmedien zusammenbraut. Der Machtverlust der Medien stellt nämlich - weil diese zwischen Politik und Bürgern stehen - auch verlorenen Einfluss für die Parteien dar.

Das Wahlvolk holt sich Macht zurück, wenn es gegen die Massenmedien rebelliert und andere Quellen nutzt, und obendrein an den Medien vorbei auf Demonstrationen zu den Regierenden sprechen will. Doch diese Macht­verschiebung geht zu Lasten aller anderen, einschließlich der Politik. Im fein geordneten deutschen Politik-Orbit, in dem die Große Koalition 90 Prozent des Spektrums abdeckt, ist eine Bewegung wie PEGIDA quasi automatisch eine Revolte am Rand.

Denn die Krake der politischen Kaste, die sich über die Mitte gestülpt und dabei möglichst viel Raum auf beiden Seiten besetzt hat, fühlt sich angegriffen und reagiert hysterisch, wenn Demonstranten die Frechheit besitzen, sich in den übrig gebliebenen politischen Schreber­gärten einzunisten und das Megaphon anzuwerfen.

Die Massenmedien sind verunsichert und in Panik. Ihre Leserschaft bricht weg und damit die Auflagen.»[22]

Zitat: «Man kann fast den Tag festmachen, an dem die deutsche Presse, die einmal Maßstäbe gesetzt hatte, zu einer "Keulen­presse" verkommen ist. Das ist mit dem Namen eines NATO-Beamten, Jamie Shea[wp], verbunden, der die NATO-Staaten gleichsam in den ordinären Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien geprügelt hatte und sie auch über die Medien prügeln konnte.

Als hätte man nicht Jahrzehnte zuvor erleben müssen, wie nach einer Macht­ergreifung in Deutschland das freie Wort verkommen musste, hatte man in der deutschen Presse geradezu Schaum vor dem Mund. Dieser Eindruck sollte sich über die geifernde Liebedienerei zum völker­rechts­widrigen Krieg gegen den Irak und das, was bis zum Putsch in der Ukraine noch folgen sollte, steigern. Da nützt es wenig, wenn man die Auflagen­entwicklung bei den ehemals bedeutenden Zeitungen oder Magazinen in Deutschland oder die wütenden Reaktionen der Konsumenten der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernseh­anstalten über die Programm­beschwerden ansieht.

Jederzeit kann die Bundesregierung, die Menschen in diesem Land entweder als "Pack" oder "Dumpf­backen" beschimpft, die Kriegs­neigung über die Mainstream-Medien hochziehen und eskalieren lassen. Damit wird natürlich deutlich, in welchem Maße neben der ehemals respektablen deutschen Presse der Staat als solcher verkommen ist. Wenn man, wie mit einem Putsch, die Gesetze des eigenen Landes außer Kraft setzen kann und nicht mehr weiß, wer sich im eigenen Land überhaupt in der Zeit des Terrors aufhält, dann braucht man eigentlich nicht mehr viel, um ein vernichtendes Urteil zu fällen.

Dabei sind wir Deutschen nach dem schon erwähnten George Friedman[wp] von Stratfor doch selbst ein frühes Ziel jener Form von angel­sächsischer Propaganda geworden, die heute über deutsche Zeitungen und elektronische Medien unsere Beziehungen zu unseren russischen Nachbarn vergiftet. Man kann die Dimension kaum fassen, wenn man bedenkt, in welchem Maße es das russische Volk und die Regierung selbst der Sowjetunion gewesen sind, die den Deutschen die Einheit unseres Landes wieder ermöglicht haben.» - Willy Wimmer[23]

Stimmen aus der Meinungswirtschaft

Der Herausgeber des Handelsblattes, Gabor Steingart, hat anlässlich der w&v-Veranstaltung "Future Summit 2013: Innovation, Wirkung, Nachhaltigkeit" am 14. November 2013 in München eine bemerkenswerte Rede gehalten:

Die Leser-Revolution - und warum wir sie unterstützen sollten. [...]
Der Grund: Die Journalisten sind ganz die alten geblieben. Unsere Leser nicht. Es findet täglich ein lautloser Aufstand der Mündigen, der Selbstbewussten, der Aufgeklärten statt, die den medialen Frontalunterricht - die Redaktion belehrt, der Leser lauscht andächtig - als unzeitgemäß und auch als undemokratisch ablehnen. Wir leben größtenteils noch in der alten Welt, derweil sich unsere Leser auf fröhlicher Überfahrt in die neue Welt befinden. Es sind vor allem sieben Versäumnisse, die wir uns vorhalten lassen müssen. Ich benutzte bewusst die Form des "wir" und damit der Selbst­bezichtigung; ich tue es mit dem Hinter­gedanken, so die Bekömmlichkeit des Gesagten zu erhöhen und die Abstoßungs­reaktionen innerhalb unserer Zunft zu reduzieren.
  1. Wir sind zu eintönig geworden. [...]
  2. Wir betreiben zuweilen Desinformation durch Information. [...]
  3. Wir haben uns mit der Politik gemein gemacht. [...]
  4. Wir sind nicht ausreichend transparent. [...]
  5. Unsere Wirtschafts-Berichterstattung ist oft nicht auf der Höhe der Probleme. [...]
  6. Wir haben uns unterwerfen lassen. [...][24][25]

Stimmen aus der Politik

Zitat: «[...] Medienbashing ist in diesen Tagen zu einer Art Trendsportart geworden. [...]

Was sind die Ursachen der Glaubwürdigkeitskrise? Die einfachste Erklärung wäre: Der Leser ist schuld, der ist halt dumm und frech. Der kapiert nicht, wie gut die Zeitungen sind. Aber mit dem Leser ist es wie mit dem Wähler. Man kann sich über ihn ärgern, aber man sollte ihn nicht ignorieren und am besten sehr ernst nehmen.

Die zweite Möglichkeit: Die Umstände sind schuld. Das wäre in diesem Fall mal wieder das Internet. [...]

Es gibt aber auch eine dritte mögliche Ursache für das Misstrauen: Vielleicht waren sich die Journalisten einfach ihres Deutungs­monopols zu sicher. Vielleicht haben sie ihr Herrschaftswissen[wp] zu lange vor sich her getragen und nicht gemerkt, welche neue Form von Öffentlichkeit das Internet entstehen ließ. [...]

Vielfalt ist einer der Schlüssel für die Akzeptanz von Medien. Die Leser müssen das Gefühl haben, dass sie nicht einer einzelnen Meinung ausgesetzt sind. Reicht die Vielfalt in Deutschland aus? Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungs­korridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitäts­druck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.

Das Meinungs­spektrum draußen im Lande ist oft erheblich breiter. Wie viele Redakteure wollen Steuer­senkungen, Auslands­einsätze, Sanktionen? Und wie viele Leser? Journalisten müssen nicht dem Leser nach dem Munde schreiben, genauso wenig, wie wir Politiker nur auf Umfragen starren sollten. Aber Politiker und Journalisten gleichermaßen sollten die Bedürfnisse ihrer Leser und Wähler nicht dauerhaft außer Acht lassen. [...]» - Frank-Walter Steinmeier[26][27]

Meinungswirtschaft erpresst Politiker

Sie geben sich ja selbst immer als die Bewahrer, die vierte Säule der Demokratie aus.

Ein Politiker sagte mir neulich was anderes.

Exakt wörtlich habe ich es jetzt nicht mehr im Kopf, so sinngemäß.


Viele Politiker seien eigentlich ja gar nicht so blöd, wie sie aussähen.

Sie würden aber aus einem bestimmten Grund ständig Ding machen und sagen, von denen sie eigentlich genau wissen, dass sie falsch oder dumm sind und nicht funktionieren können und werden. Also wider besseres Wissen handeln.

Der Grund dafür sei, dass Politiker normalerweise völlig davon abhängig sind, dass sie wieder gewählt werden. Sonst sind sie erledigt und haben ja auch erst einmal sonst gar nichts. (Oft wohl auch nichts sonst gelernt.) Sie sind deshalb systematisch davon abhängig, gut dazustehen und gewählt zu werden.

Und das nun ist das Problem. Das hängt nämlich davon ab, wie die Presse den Politiker darstellt. Die Presse und der Rundfunk können jeden Politiker direkt absägen, indem sie schlecht über ihn schreiben. (Vielleicht außer AfD, da tun sie das ja, und es klappt nicht so richtig.) Politiker sind deshalb, anders als die Politik suggeriert, nicht so sehr vom Wähler, sondern von Presse und Rundfunk abhängig, unmittelbar erpressbar. Und nicht nur erpressbar, sie werden auch erpresst.

Und Presse und Rundfunk seien eben praktisch durchgehend linksextrem.

Deshalb müssten Politiker, ob sie nun wollen oder nicht, ob sie es für richtig halten oder nicht, auf links machen, weil sie ja persönlich und unmittelbar davon abhängig sind, Politiker zu bleiben. Sonst haben sie ja kein Einkommen.

Und deshalb werde die ganze Politik immer linker.

(Anmerkung von mir: Und weil der Wähler das nicht mehr so mitmacht, bekommt die AfD immer mehr Stimmen.)

Das heißt aber, dass in diesem Land mit seiner politischen Konstruktion eigentlich nicht der Wähler, sondern eine von Linken durchsetzte und übernommene Medienlandschaft die Politik diktiert. Mit Demokratie hat das nichts zu tun. Eine kleine, aggressive, linksextreme, kooptativ wie ein Corps organisierte Gruppe diktiert einseitig die Politik, indem sie eine Erpresser­position ausnutzt und die Erpressung ausübt.

Was für mich aber auch heißt, dass die Demokratie besonders durch einen bestimmten Effekt zerstört wird: Nämlich die Flut an dummen, ungelernten Zivilversagern und Studien­abbrechern, die in der Politik sitzen. Leute, die in der zivilen Wirtschaft niemals einen Job, nicht einmal eine Einladung für ein Vorstellungs­gespräch bekämen. Parasitäre Existenzen, die über die Parteien am Steuersäckel hängen. Die sind nämlich ganz besonders erpressbar, weil die ja sonst gar nichts haben. Denen bleibt ja nur die Wahl zwischen Bundestag und Hartz IV "Bürgergeld". Je unfähiger einer ist, desto abhängiger ist er davon, Politiker zu bleiben, desto erpressbarer ist er.

Früher regte man sich gerne darüber auf, dass so viele Beamte, besonders Lehrer, im Bundestag sitzen, die sich von ihrer Beamtenstelle haben beurlauben lassen. Fand man ganz fürchterlich, weil die An- und Welt­sichten von Lehrern meist total verkorkst sind. (Nur so konnte sich der Genderkrampf in die Schulen ausbreiten.) Rückblickend betrachtet war das aber gar nicht das größte Übel. Denn ein vom Dienst für den Bundestag freigestellter Beamter (oder Richter) ist nicht derart von seinem Einkommen als Politiker abhängig. Wenn der nicht mehr gewählt wird oder auf andere Weise aus der Politik rausfliegt, dann ist der trotzdem wirtschaftlich abgesichert und arbeitet