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Misandrie

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Feministische Misandrie
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Der Begriff Misandrie (griechisch: μισανδρεία misandreia (Männerhass), aus μισεῖν misein (hassen) und ἀνήρ anēr (Mann), Genitiv: ἀνδρός andrós) bezeichnet eine extrem feind­selige Haltung gegenüber Männern aufgrund ihres Geschlechts. Sie ist eine Form von Sexismus. Misandrie ist als Einstellung nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern anzutreffen.

Misanthropie bezeichnet den Menschenhass, Misogynie den Hass auf Frauen.

Misandrist Beyonce.jpg

Erscheinungsformen der Misandrie

Misandrie erscheint in verschiedenen Formen. In der auffälligsten hassen Misandristen und Misandristinnen offen alle Männer und verletzen sie verbal, manchmal auch tätlich, nur aufgrund ihrer Männlichkeit. In Kultur, Gesellschaft, Politik und Medien wie Büchern, Zeitschriften, Filmen, Fernsehserien, Bühnen­stücken usw. ist Misandrie dagegen oftmals nur in subtilen Formen anzutreffen: Männer werden als Bedrohung oder Hindernis wahrgenommen oder als Tölpel karikiert, soweit sie sich nicht dieser ständigen "Herrschaft des Verdachts" (Hegel[wp]) fügen. In Spielfilmen, Kriminal­serien usw. gehört es seit ungefähr 1980 zum zunehmend üblich gewordenen Ritual, die weiblichen Rollen als solche von makellosen Heldinnen und die männlichen Pendants als geistig und moralisch minder­wertig zu inszenieren. Ähnliches gilt für TV-Talkshows, TV-Gerichts­verhandlungen usw. Zudem ist in den 1990er Jahren ein offener und latenter Männerhass mit Buchtiteln wie "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann" und Rocksongs wie "Männer sind Schweine" (Die Ärzte), die dieses Thema in ihrem Lied ironisieren, in die Massen­kultur eingegangen.

Eine aus seiner Sicht zunehmend verbreitete Männerfeindlichkeit dokumentierte der maskulistische Medien­wissen­schaftler Arne Hoffmann mit einem Buch, das bereits im Titel die Frage stellt, ob Frauen die besseren Menschen seien.[1] Männer­feindliche Äußerungen sind darin auf fast 600 Seiten zusammen­getragen und analysiert. Eine ähnliche Analyse gibt es in dem Buch "Heterophobia" der US-amerikanischen Professorin für Frauenstudien Daphne Patai.

Die Journalistinnen Angela und Juliana von Gatterburg problematisieren in ihrem Buch "Liebe Drama Wahnsinn - Wie Frauen endlich glücklich werden" (Goldmann Verlag, 2005) einen Männer abwertenden Biologismus in der populären Sachbuch­literatur: "Liest man die verschiedenen modernen Theorien über Männer, wundert man sich, dass sie nicht regelmäßig gemeinsam in die Wälder verschwinden, um dort wie eine Horde Wildschweine zu jagen, im Erdreich zu buddeln und zu grunzen. Warum einige Männer aus der Art schlagen und keineswegs damit beschäftigt sind, ihren Samen immerzu an die Frau zu bringen, sondern lieber Autos bauen, dem Nobelpreis entgegen­forschen und wunderbare Romane schreiben, erklären uns die Anthropologen leider nicht."

Frauen hingegen würden als Angehörige des "von Natur aus friedlichen, freundlichen, sozial überlegenen Geschlechts" dargestellt und charakterisiert. Bei einer weltweiten Studie sollten Personen beiderlei Geschlechts positive und negative Eigenschaften zugeordnet werden. Das Ergebnis war, dass Frauen kultur­über­greifend als die "besseren Menschen" galten, liebevoll, freundlich und gut, während Männer eher mit negativen Eigenschaften in Verbindung gebracht wurden. Schließlich erschienen sie ja auch in der populären Darstellung als "soziale und sexuelle Idioten, die man einer gründlichen Dressur unterziehen muss".

Während dieser Volksglaube nicht mit tatsächlichen wissen­schaft­lichen Erkenntnissen zur Deckung zu bringen sei (hier führen die Gatterburgs verschiedene Studien an), beeinträchtige dies das männer­feindliche Weltbild vieler Frauen und Männer keineswegs: "Das Beharren darüber, wie Männer so sind, kippte irgendwann ins bornierte Vorurteil und offenbarte eine erstaunliche Intoleranz", befinden die Autorinnen. Sie beklagen "Frauen (...), die sich für Superfrauen halten und in ständiger Empörungs­bereit­schaft sind, wenn es um Fehler der Männer geht." Diplompsychologen des Kölner Markt­forschungs­instituts Rheingold zufolge verursacht diese enorme Erwartungshaltung der Angehörigen des weiblichen Geschlechts aktuell eine handfeste Krise für Männer. Während diese "politisch korrekt auf die Bedürfnisse der Frauen eingehen müssten", kämen ihnen die Frauen dabei nicht etwa hilfreich entgegen, sondern meldeten zurück, dass, egal wie die Männer sich verhielten, es immer "falsch" war.

Die Misandrie als Phänomen ist nicht ausschließlich, aber vor allem, im angelsächsischen Raum (USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland), im deutschen Sprachraum (BRD, Österreich, Schweiz), in Japan und zunehmend in Südkorea sowie in den skandinavischen Staaten gesellschaftlich wirkmächtig und staatlich vielfältig gefördert. In den betroffenen Ländern, allen voran in den angelsächsischen Staaten, ist die zunehmende Kritik sowohl an Misandrie wie Feminismus öffentlich wahrnehmbar. Im romanischen Sprachraum (Italien, Frankreich, Spanien) ist die Misandrie kein relevantes Phänomen. In den osteuropäischen Staaten (Russland, Ukraine, Polen, Ungarn usw.), in sozialistischen Staaten (Kuba, Nordkorea, China) und generell in den Schwellen- und Entwicklungs­ländern Asiens, Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas spiele die Misandrie eine ebenso geringe Rolle wie der Feminismus.

Der Militärhistoriker Martin van Creveld (Das bevorzugte Geschlecht), der die seiner Ansicht nach bevorzugte Position von Frauen in der Gesellschaft historisch untersucht hat, mutmaßt, dass der Grund für die unter­schiedlichen Situationen in der Entwicklung bzw. dem Vorhandensein eines "Frauen­über­schusses" und vor allem des allgemeinen Wohlstands in den einzelnen Ländern liegen könnte.

Feministische Affinität zu Hass und Gewalt

Christine Eifler: Ein bisschen Männerhass steht jeder Frau (2002)

In Deutschland ist Alice Schwarzer die Protagonistin für Männerhass. In jeder EMMA-Ausgabe findet sich ein mit "Pascha des Monats" übertitelter Hassartikel.[2] Alice Schwarzer rechtfertigt weiblichen Terrorismus[3] und Männerhass:

Zitat: «Hass ist nur da mies, wo er grundlos oder fehlgeleitet ist. Da, wo es Anlass gibt zu hassen, kann Hass auch ein durchaus positives, weil antreibendes und veränderndes Moment sein. [...] Und eine von Männern - einzeln oder/und gesamt­gesellschaftlich - unterdrückte Frau hat recht, etwas gegen Männer und/oder die Männer­gesellschaft zu haben. Das Gegenteil wäre beunruhigend. Wer den Hass abschaffen will, muss die Gründe zum Hass abschaffen! Wer etwas gegen Männerhass hat, muss gegen die Frauen­unter­drückung kämpfen!»[4]

Den Text "Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" (SCUM) bejubelte Schwarzer als "ersten Exzess des Hasses, des begründeten Hasses". Denn:

Zitat: «Das ist es wohl, was den Frauen, wie allen unterdrückten und gedemütigten Gruppen, am meisten ausgetrieben worden ist: der Mut zum Hass! Was wäre eine Freiheits­bewegung ohne Hass?»[5][6][7]

Das von John Money durchgeführte, illegale Menschen­experiment[wp] mit einem männlichen Kind (Fall Reimer) stilisierte Schwarzer zu einer wissenschaftlichen Studie, die die Richtigkeit des genderistischen Postulats von der nachgeburtlich, durch Erziehung und Sozialisation entstehenden Geschlechtsidentität:

Zitat: «Das 'Mädchen' wird einer kontinuierlichen Hormon­behandlung unterzogen, und nach der Pubertät[wp] wird man ihm eine künstliche Scheide einsetzen. Sie wird dann eine normale Frau sein - nur gebären kann sie nicht. Und die Gebärfähigkeit ist auch der einzige Unterschied, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.»

Alice Schwarzer rückte nie von ihrer Behauptung ab, auch nachdem das schreckliche Ende des Falls Reimer allmählich bekannt wurde, und behauptete sogar

Zitat: «Zu den wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden, gehören Wissenschaftler wie der Psychologe Prof. John Money[8][9][10]

1994 schrieb Schwarzer im EMMA-Beitrag "Beyond Bitch" (2/1994, S. 34f.[ext]), nachdem Lorena Bobbitt ihrem schlafenden Mann den Penis abgetrennt hatte:

Zitat: «Sie hat ihren Mann entwaffnet. (...) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurück­geschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchen­messers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (...) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich.»[11]

Niemand hat den Feministinnen den Mund verboten, als Valerie Solanas Andy Warhol[wp] anschoss, in ihrem Manifest zur Vernichtung aller Männer aufrief oder die Rote Zora[wp] Terror­anschläge gegen das "Patriarchat" durchführte. Im Gegenteil, Feministinnen waren schon immer Meisterinnen darin, Gewalttaten politisch für sich zu instrumentalisieren. Alice Schwarzer wurde für den von ihr geäußerten Satz, "Eine hat es getan, nun können es alle tun" nachdem Bobbitt ihrem Ehemann den Penis abgetrennt hat, und ihrer offen zur Schau gestellten Sympathie für diese gewalttätige Psychopathin nicht etwa gesellschaftlich geächtet, nein, sie wurde sogar mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet.[12] Es hat Schwarzer auch nicht geschadet, dass eine Terroristin der Roten Zora bei ihr in der EMMA-Redaktion gearbeitet hat (wie im Fall Ingrid Strobl[wp]) Gerade mit der feministischen Terroristin Strobl haben sich im linken Milieu sehr viele solidarisiert:

Linke Wahrnehmung von Gewalttaten:
Che Guevara und Anders Behring
Zitat: «Wenn das eine Terroristin ist, dann sitzen wir alle auf der Anklagebank.»[13]

Christine Eifler befand 2002: "Ein bisschen Männerhass steht jeder Frau".

Diffamierung aller Feminismuskritik

Nach dem von Anders Breivik verübten Amoklauf und Terroranschlag wurden plötzlich und werden seitdem de facto bis heute ganz andere Maßstäbe angelegt. Wurde eben noch die welt­anschauliche Verwandtschaft mit blutrünstigen Individuen verharmlost, bagatellisiert oder gerechtfertigt, so werden nun hemmungslos Männer­rechtler mit Terroristen gleichgesetzt. Der bis dahin unbekannte Hinrich Rosenbrock verfasste 2011 eine Auftragsarbeit für Ilse Lenz, die im Januar 2012 von der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel "Die antifeministische Männerrechtsbewegung - Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung" veröffentlicht wurde.[14]

Das Ziel bestand darin, Feminismuskritikern eine geistige Nähe zum Rechtsextremismus zu unterstellen (s. Nazikeule), um damit die Diskurshoheit zu verteidigen und zeitgleich bereits bestehende, informelle Sprech- und Denk­verbote zu erweitern. Das Vorwort der Publikation verschafft jeder einschlägig interessierten Person einen aufschlussreichen Eindruck von der Geisteshaltung des Autors.

Der "antifeministischen Männerrechtsbewegung" wird eine geistige Nähe zu einem Massenmörder unterstellt.

In der Folge werden fünf Anschläge - Norwegen/Utoya[wp] (Juli 2011), USA/Isla Vista[wp] (2014), Kanada/Toronto[wp] (2018), Neuseeland/Christchurch (März 2019), Deutschland/Halle[wp] (Oktober 2019) -, die sich über acht Jahre, die ganze Welt und über mehrere Milliarden Menschen verteilen, dazu instrumentalisiert, Kritik am Feminismus zu delegitimieren und in Terrorismus und rechtsextreme Ideologie umzuwidmen.

Am 31. Oktober 2019 brachte das NDR-Magazin Panorama[wp] eine Ausgabe mit der Überschrift "Rechte Terroristen: Hass auf Frauen". Damit war diese Hasspropaganda auch in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnis­anstalten angelangt.[15][16]

Veronika Kracher (l.) veröffentlichte am 22. Januar 2019 dieses Photo auf Facebook mit den Zeilen: Ich hatte gerade das Privileg, mit Kristina Hänel über ihr kommendes Buch "Das politische ist persönlich - Tagebuch einer Abtreibungs­ärztin Fetustöterin", den Paragraphen 219a und feministische Kämpfe zu sprechen.
Unbändiger Hass auf weiße Männer trifft hier auf den Baby­caust, genauer, auf die "Endlösung für weiße Kinder". Aber sehr wahrscheinlich hat hier wieder "alles nix mit nix zu tun".

Eine weitere Akteurin mit abgrundtiefem Männerhass, verstiegen in die Verschwörungstheorie "Patriarchat" verbunden mit linker Ideologie ist Veronika Kracher. Das Bild links zeigt sie mit der Kindertötungs­fach­frau Kristina Hänel. Den Vortrag "Wahnhafte INCELs - Sprache und Ideologie eines frauen­verachtenden Online-Kults" hat sie am 25. Juli 2019 in Stuttgart gehalten.[17][18] In einem Interview über "Incels und toxische Männlichkeit" sieht man das Wohlwollen der Interviewerin angesichts des massiv vorgetragenden Männerhasses und auch das Poster an der Wand im Hintergrund, auf dem eine entschlossen wirkende Frau mit einer Doppelaxt in der Hand gezeigt wird mit der Unterzeile "Frauen, bewaffnet euch". Veronika Kracher und die Interviewerin schwätzen aber durchweg von "männlicher Gewalt" und "gekränkter Männlichkeit" ...[19]

Am 22. Juni 2020 brachte die Bundeszentrale für politische Bildung ein besonderes hit piece in ihrer Podcast-Reihe über "Rechtsextreme Rückzugsräume".[20][21] Spielend werden Männer pauschal für alles tatsächliche oder auch nur gefühlte Böse in der Welt beschuldigt: Dafür, dass Männer mit Frauen schlafen (= Vergewaltigung), dafür, dass Männer nicht mit Frauen schlafen (= Frauenhass), für Terrorismus, für Rechtsextremismus, sogar für die Erfolge der AfD in Deutschland und Donald Trump in den USA.[22]

Das Podcast legt gleich mit übelsten Framing los: "Todeskult", "mit einem ganz klaren Feindbild" und "es handelt sich um Rache". Dramatisch wird (amerikanischer!) Polizeifunk als Untermalung eingeblendet, dann die Stimme aus dem Off: "Der Mann soll(sic!) aus Frauenhass gehandelt haben." Im Stakkato wird das Narrativ vom "Fräulein in Nöten", "damsel in distress" beziehungsweise der "verfolgten Unschuld" aktiviert. Das ist eine klassische Vorlage in der Weltliteratur, in Kunst, Film, Comics und Videospielen, so auch hier. Der Zuhörer kann sich dem Framing überhaupt nicht entziehen, der in seiner Dramatik an den orwell'schen Zwei-Minuten-Hass erinnert.[23]

Andere Hintergründe, etwa die Möglichkeit, dass der Täter mit seiner "Multikulti"-Existenz nicht klar kam, oder ein Autismus eine Rolle gespielt haben könnte, werden nicht erwähnt. Das würde ja das dramatisch entworfene Zerrbild nur stören. Weitere Details werden genannt, die Glaubwürdigkeit vermitteln sollen, aber in ihrer Selektivität die Hörer nur irreführen. Der Täter Roger wird zur "Heldenfigur" hochstilisiert, dann von einem "Frauenhass" gesprochen, aus dem sich "ganze Bewegungen" gebildet haben sollen. In nur zwei Minuten wird ein allgegen­wärtiger "Frauenhass" konstruiert, wie in einer Giftmischerei mit Rechtsextremismus-Beimischungen noch toxischer gemacht und dem man sich nun im "Kampf gegen Rechts" entgegen­werfen müsse. Nach dieser Hasspropaganda hat man die Chuzpe[wp] scheinheilig zu fragen, woher denn der "Frauenhass" käme und was man da tun könne. Die weiteren 26 Minuten geben die Antwort:

  1. Es wird noch mehr Männerhass verbreitet.
  2. Männerrechtlern und Feminismuskritikern will man mit "Deplatforming"[wp] ihre Plattform entziehen.[24]

Radikale Ablehnung der Männer

"Alle Mädchen gehen in den Zölibatsstreik und hungern die Männer sexuell aus, bis sie lernen, sich richtig zu verhalten", propagiert beispielsweise die amerikanische Influencerin Lana Del Redneck . Die 26-Jährige hat es in Sachen Männern offensichtlich gründlich satt: "Bemüht euch nicht um Dates, dezentralisiert Männer, lasst euch scheiden, legt ein Gelübde zum Zölibat ab. Ich habe es satt, dass Frauen verrückt nach Männern sind. Ihr seid schwach, wenn ihr Gefühle für Männer habt, ihr müsst erwachsen werden."

Und auch die 24-jährige Coachin Victoria de Vall schreibt auf Twitter: "Wir sind durch damit, so zu tun, als wäre die Hook-up Culture empowering". Seit 2020 lebt sie selbst enthaltsam, nachdem sie sich eingestand, dass sie sich mit ihren männlichen Sexualpartnern "unsicher" fühlte: "Mir wurde klar, dass ich nicht wusste, wie Intimität aussieht", sagt sie öffentlich.

Auch deutsche Influencerinnen zeigen sich begeistert von der Idee, den Männern den Rücken zu kehren: "Die Frauen haben derart genug von Männern, dass sie lieber aussterben, als zu heiraten" erzählt zum Beispiel die TikTokerin "mlleopossum" begeistert in einem Video . "Sie sagen: ihr seid alle Arschlöcher, wir haben keinen Bock mehr auf patriarchale Strukturen. Also ich finde das geil."

[25]

Ursprung der Misandrie

Feministinnen gelten landläufig als Hauptschuldige am verbreiteten Männerhass.[26]

Der Feminismus hat aber die Ideologie der bösen Männlichkeit nicht erfunden. Das Stereotyp vom unmoralischen, gewalttätigen, sexuell unersättlichen Mann ist weit vor dem Feminismus entstanden, an einer historischen Schlüssel­stelle: zu Beginn der Moderne, um 1800. Die Geburt des maskulinen Zerrbildes ist also unmittelbar mit der Geburt der modernen Gesellschaft verbunden, seither schreiten beide, Moderne und verteufelte Männlichkeit, gemeinsam und untrennbar durch die Historie.

Das Unbehagen an der Moderne wurde zum Unbehagen am Mann. Und umgekehrt.[27]

Diese Analyse beantwortet die Frage, warum das "Unbehagen am Mann" gerade heute, in Zeiten der Globalisierung, die ein Prekariat und Abstiegs­ängste der Mittelschicht wachsen läßt und der Bevölkerung die Hilflosigkeit von Politikern vor Augen führt, seinen schrillen Karriere-Höhepunkt erreicht. Der eigentliche Gegner ist gesichtslos und nicht zu fassen: sind es die Rating-Agenturen, die Banken, die Hedgefonds, die Börsen, die Märkte, der Kapitalismus an sich? Sie allesamt agieren logisch, und der Verbraucher, der sein Erspartes vermehrt wissen will, ist freiwillig-unfreiwilliger Mitakteur. Das Alles ist viel zu komplex für einfache Rezepte. Der Mann dagegen ist dingfest zu machen, und ein Sündenbock muß nun einmal her.[28]

Nichts anderes gilt im privaten Verhältnis zwischen Mann und Frau. Kommt es zu Krisen, Trennungen, Streitigkeiten: das Feindbild "Mann" steht. Und Gesetzgebung und Justiz stehen ihm zur Seite.

"Männlichkeit muss gar nicht erst durch nachprüfbare Kausal­ketten mit dem Unerwünschten verknüpft werden. Sie erfüllt eine viel schlichtere Aufgabe: Sie ist die Kurzformel für Missstände aller Art. So wie wir gelernt haben, schneller Reize wegen Bild­schirme und Plakat­wände mit nackten Frauen zu füllen, so haben wir uns antrainiert, jedem Problem einen männlichen Defekt beizugesellen, der es irgendwie verursacht haben soll." [27]

Vor der Befreiung von diesem Missverständnis erhebt sich eine hohe Hürde; sie besteht in einem Irrtum der Geschlechter­wissen­schaften. Die gehen mehrheitlich davon aus, zu Beginn der Moderne habe der Mann sich selbst zum Inbegriff des Menschlichen erklärt, als überlegenes Geschlecht, rational, moralisch und fehlerlos. Im Unterschied zur emotionalen, häuslichen und einfältigen Schwundform des Menschen namens Frau. Als "Mann plus, Frau minus" wurde dieses vermeintliche Denkmodell bezeichnet - um es al