WikiMANNia hat in 163 Tagen seinen 18. Geburtstag.
|
Vereinigte Staaten von Amerika
| Seit dem 11. September 2001 sind die Vereinigten Staaten in eine neue Epoche der Angriffskriege eingetreten. Die USA sind ein Imperium und unterhalten weltweit viele Klientelstaaten.
Seit 1990, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung[wp], wird uns die Friedensdividende vorenthalten. "Wir werden gegen Russland bis zum letzten Ukrainer kämpfen!" Mit dem Terroranschlag auf die Gas-Pipelines in der Ostsee beweisen die USA einmal mehr, dass sie ein Schurkenstaat sind:
Aktuelle Nachrichten: "Pro-Ukrainische Gruppe" ist die neue Bezeichnung für die USA." |
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Bundesstaat in Nordamerika. Die USA sind ein Schurkenstaat (der globale "Schulhofschläger"[1]) und ein Imperium, das weltweit viele Klientelstaaten unterhält.
| Die USA haben mit Abstand am meisten kriegerische Handlungen, einmal mit, meistens ohne UNO-Mandat vom Zaun gerissen. Kriegsvölkerrecht wurde verletzt, geheime Gefängnisse unterhalten, fragwürdige Regimes werden gestützt, ein absurder Krieg gegen Drogen geführt mit gravierenden Auswirkungen im Ausland (Kolumbien, Afghanistan) und im Inland (nach glaubwürdigen Quellen reichen die Tentakel der Drogenmafia bis weit in politische Kreise hinein). In geradezu atemberaubender Doppelmoral unterhalten die USA Offshore-Oasen riesigen Ausmaßes in Florida, Delaware und anderen Teilstaaten. Die Moralapostel stellen sich auf die Seite einer Nation, die immer noch die Todesstrafe kennt und extensiv ausübt, die über ein Rechtssystem verfügt, in welchem sich Anwälte am Unheil ihrer Klienten bereichern können. Haftpflichtprozesse enden oft in Urteilen mit exorbitanten Ansprüchen, was die Geschäftsausübung namentlich für mittelständische Unternehmungen enorm risikoreich macht. Die Moralisten unterstützen geistig ein Land, das seine Infrastruktur verfallen lässt und in zum Teil fragwürdigen Verfahren Verurteilte in hoffnungslos überfüllte Gefängnisse steckt. Sie schanzen Mittel einer Nation zu, die in hoher Regelmäßigkeit Krisen in dem von ihr betriebenen Weltfinanzsystem zulässt, ja, eigentlich verursacht, einer Nation, deren Unterschichten weder in den Genuss adäquater Bildung noch eines einigermaßen tauglichen Gesundheitssystems gelangen, einem Land, dessen Wirtschaftssystem immer mehr zum Überkonsum neigte und in welchem Sparen und Investieren mehr und mehr zum Fremdwort wurde, was mit Sicherheit einen der treibenden Faktoren für die gegenwärtige Rezession mit ihren katastrophalen Folgen für die ganze Welt darstellte. |
| – Konrad Hummler[3] |
|
| – Michael Hudson[wp][4] |
| Zitat: | «Die USA, die, seit es sie gibt, allen anderen Moral predigen, um ihre eigenen Gräuel zu kaschieren, entstanden selbst auf dem Boden nackter Gewalt: durch Ermordung der Roten und Versklavung der Schwarzen - die Basis ihrer ganzen Freiheit und Demokratie: blutige 'Realpolitik' und bigottes Geschwätz.» - Karlheinz Deschner[wp][5] |
Polizeigewerkschaftler Bernhard Witthaut[wp] in einer "Phoenix-Runde", als dieser Facebook als "nachrichtendienstliches Instrument" der CIA outete.[6][7]
Werner Weidenfeld[wp], ehemaliger Koordinator der Regierungen Kohl und Schröder für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, sagte bei Beckmann[wp]:
| Zitat: | «In den 12 Jahren als Amerikakoordinator habe ich drei Verhaltensweisen amerikanischer Regierungen kennengelernt: In dem Moment, wo man mit ihnen einer Meinung ist, sind wir die besten Freunde, wir umarmen uns ... man hat Angst um seine Rippen, weil die Umarmungen so intensiv sind. Wenn wir in zweitrangigen Fragen nicht einer Meinung sind, dann sagt die amerikanische Regierung regelmäßig: Und das passiert mit uns, wo bleibt die Dankbarkeit in der Geschichte, wir haben die Freiheit und die Sicherheit der Deutschen erobert und erhalten und was passiert ... Wenn wir in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind, dann kommt Geheimdienstmaterial auf den Tisch, das Deutschland belastet und entweder ihr macht mit oder ihr seid dran. Insofern gibt's verschiedene Arten und die Amerikaner haben eine ganz klare Vorstellung ihrer Interessenlage.» - Werner Weidenfeld[wp][6][8] |
Weidenfeld stellte klar, dass die US-Regierungen bei Widerspruch "befreundeter" Nationen also auch vor Erpressung nicht zurückschrecken.
| Zitat: | «Die politische Realität: Amerika fühlt sich im Krieg. [...] Das ist eine Welt der Wahrnehmung.» - Werner Weidenfeld[wp][8] |
Beziehung zwischen Deutschland und Russland:
| Zitat: | «Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.» - George Friedman[9] |
Wirtschaftsspionage:
| Zitat: | «Heute früh war bei Radio France Inter ein Abgeordneter der Parlamentskommission Geheimdienste zu Gast, der dem Staatspräsidenten einen Bericht über die Verwundbarkeit der französischen Industrie, speziell der innovativen Klein- und Mittelindustrie, sowie der staatlichen Institutionen wie dem Wirtschaftsministerium vorlegte. Ein Viertel aller Industriespionage kommt aus den USA, und die Mehrzahl ist gesetzlich. Alle französischen Firmen, die in den USA investieren, haben drei Jahre lang einen Amerikaner als leitenden Angestellten einzustellen, der in alle, absolut alle Firmendokumente Einblick hat, um sicher zu stellen, dass der ausländische Investor keine bösen Absichten gegen die USA hegt. Firmengeheimnisse, die in Europa geschützt sind, werden da zum offenen Buch. Per Gesetz.»[10] |
Krieg und Wirtschaft:
| Zitat: | «Durch Aufrüstung, Kriege und Kreditausweitung wird die Produktionsstruktur eines Landes nachhaltig verkorkst. Gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte gehen in einen Bereich, in dem keine Konsumgüter produziert werden oder Maschinen für die Produktion von Konsumgütern: Flugzeugträger, Aufklärungssatelliten, gepanzerte Wagen usw. erhöhen den Wohlstand des Einzelnen nicht. Die Arbeitszeit und die Materialien, die zu ihrer Herstellung verwendet werden, gehen der Konsumgüterproduktion verloren. Das Lohn- und Preisgefüge wird verzerrt, und in einem Verdrängungsprozess treten Rüstungsschmieden an die Stelle von zivilen Maschinen- und Anlagebauern. Die Konsumgüterproduktion ist damit weniger wettbewerbsfähig. [...]
Man muss nur einmal auf einer Rüstungsmesse den genialen Erfindungsreichtum der Techniker und Ingenieure, die in die Entwicklung von Drohnen, Kampfrobotern und unbemannten Flugzeugen eingeflossen sind, betrachten, um zu ermessen, welches Potential aus dem zivilen in den militärischen Bereich abgewandert ist. [...] Es ist leicht, über den Sturz Saddam Husseins Genugtuung zu empfinden, doch wenn die Rechnung auf dem Steuerbescheid präsentiert wird, dann ist die Genugtuung darüber schon weniger groß. Dass der "Kampf gegen den Terror" so populär war, lag eben auch daran, dass die US-Bürger die Kosten erst einmal nicht direkt bezahlen mussten, sondern diese Politik mit Staatsschulden und gedrucktem Geld bezahlt wurde. Insoweit war die Niedrigzinspolitik der US-Zentralbank keine spezielle Gemeinheit der US-Finanzeliten, sondern dies entspricht einem bekannten historischen Muster: dem Prinzip der versteckten Kriegssteuer. [...] Präsident Richard Nixons[wp] Aufkündigung des Goldstandards und das Scheitern von Bretton Woods[wp] stehen in einer direkten Beziehung zu den Kosten des Vietnamkriegs. Es gibt eben kaum eine Aktivität, die so teuer ist wie ein Krieg. Soldaten müssen untergebracht, gekleidet und bezahlt werden. Jede Granate kostet Geld, ein Panzer kostet ein Vermögen, ein Flugzeug gleich mehrere. Steuererhöhungen unterminieren den "nationalen Konsens", der heute notwendiger ist denn je, um Militäraktionen vor der Öffentlichkeit rechtfertigen zu können. Die Erhebung einer verdeckten Kriegssteuer durch gedrucktes Geld erscheint deshalb als die Lösung, die den Kriegskonsens am wenigsten gefährdet. [...] Die Flotten, die Flugzeuge, die Stützpunkte, die Satelliten, der CIA, der NSA, die ganzen andern Geheimdienste, Behörden, die Kasernen, Luftstützpunkte, die Verwaltung und die Verwaltung der Verwaltung - das kostet alles Geld, bindet Kräfte, die in den Bereichen der Wirtschaft fehlen, in denen eigentlich der Überschuss für die Finanzierung der Landesverteidigung erwirtschaftet werden müsste. Da dieser Überschuss aber nicht mehr ausreicht, muss der fehlende Teil durch Staatsschulden finanziert werden. Die USA wird oft als Imperium bezeichnet, aber als solches steht es auf finanziell sehr tönernen Füßen. Großbritannien war, als es noch ein Viertel der Welt beherrschte, ein Kapitalexporteur. Also lieh es anderen Ländern Geld und lebte von den Zinsen. Die Zahlung der Zinsverpflichtungen wurde im Notfall mit Kanonenbooten oder sogar mit militärischer Besetzung gesichert, aber auf jeden Fall war Großbritannien ein Kreditgeber. Die USA ist ein Kreditnehmer. Dass das überhaupt solange funktioniert hat, lag daran, dass der Dollar Leitwährung ist und dies den USA erlaubte, sich in ihrer eigenen Währung zu verschulden. Die US-Währung ist die Weltwährung, weil das Öl in Dollar abgerechnet wird. Das Öl wird in Dollar abgerechnet, weil die USA eine weltweite militärische Präsenz zeigen. Die weltweite militärische Präsenz kostet so viel Geld, dass sich die USA verschulden müssen, was nur funktioniert, weil sie über die Weltwährung verfügen, in der das Öl abgerechnet wird. Am Ende kommt bei dieser Betrachtung heraus, dass die USA militärisch präsent sein müssen, um ihre militärische Präsenz finanzieren zu können. [...] Zur Zeit von Ludwig XIV.[wp], Friedrich[wp] und Katharina der Großen[wp] konnten sich Kriege lohnen. Die Herrscher marschierten in schöner Paradeordnung in ein Gebiet ein und mit strategischem Können und etwas Glück konnten sie sich später in einem Friedensvertrag[wp] dieses Gelände ganz oder teilweise sichern. Das hieß dann in Zukunft zusätzliche Einnahmen in Form zusätzlicher Steuern. Heute, im Zeitalter des Low Intensity War, hört der Krieg nicht auf, wenn man ein Gelände besetzt hat, sondern er geht immer weiter. Man kann die Truppenpräsenz nicht abbauen, sondern muss ständig Truppen im Einsatz halten und das heißt auch finanziell unterhalten. Weil diese Gebiete unsicher sind, will niemand dort investieren, das heißt, um das Land zu stabilisieren, genügt es nicht, die Truppen zu bezahlen, sondern man muss die gesamte Gesellschaft am Tropf halten. Das wird zu einem Einsatz ohne Ende und zu einem Fass ohne Boden. Genau aus diesem Grund haben die alten Kolonialmächte[wp], England und Frankreich, nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Koffer gepackt und haben die Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen. Der wirtschaftliche Nutzen der Kolonien stand in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu den Kosten.»[11] |
| Zitat: | «Die Amerikaner versprachen, dass die NATO sich nicht über die Grenzen von Deutschland ausdehnen werde nach dem Kalten Krieg[wp]. Aber jetzt sind die Hälfte der Länder Osteuropas NATO-Mitglieder. Was ist mit dem Versprechen geschehen? Das zeigt, man kann ihnen (der NATO, den USA) nicht trauen.» - Quelle: Michail Gorbatschow[wp], RIA Novosti[wp] am 7. Mai 2008 mit Bezug auf ein Interview im Daily Telegraph |
| Zitat: | «Wie viel Kriege hat unser Land in den letzten 239 Jahren geführt? Der Iran hat in den letzten 900 Jahren keinen Krieg geführt ...
Seit der Staatsgründung der USA vor 239 Jahren verging kein Jahrzehnt ohne eine kriegerische Auseinandersetzung mit einem anderen Land. Insgesamt 222 Jahre bzw. 93 Prozent des gesamten Zeitraums befanden sich die Vereinigten Staaten im Krieg. Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 sind 239 Jahre vergangen. Davon befanden sie sich 222 Jahre, also 93 Prozent der Zeit, im Krieg mit anderen Ländern. Mit anderen Worten gab es im gesamten Zeitraum zusammengerechnet nur 17 Kalenderjahre, in denen die USA keinen Krieg führten. Um dies in Perspektive zu setzen: Alle US-Präsidenten führten während ihrer Amtszeit mindestens einen Krieg. Es verging seit 1776 kein einziges Jahrzehnt, in dem die USA keinen Krieg führten. Der längste friedliche Zeitraum seit der Unabhängigkeitserklärung der USA[wp] waren fünf Jahre während der Weltwirtschaftskrise[wp] (1935-1940), was danach folgte ist traurige Geschichte.»[12] |
| Zitat: | «Unsere Tragik besteht heute darin, dass wir über die NATO an die Vereinigten Staaten gebunden sind und dieser Verbündete seit Anfang der 1990er Jahre jedem klar macht, dass er mit Frieden und einer Politik der guten Nachbarschaft und friedlicher Konfliktbeilegung nichts mehr anfangen kann.
Die Dinge sind durch die USA so auf die Spitze getrieben worden, dass man sich eigentlich jeden Tag wundert, dass es nicht losgeht. Wir können das heute alles sehen und beurteilen und wir müssen uns fragen, ob und seit wann es diese US-amerikanische Politik des Ausgreifens über den eigenen Kontinent eigentlich gibt? Ist damit wirklich seit der Gründung des Deutschen Reiches jene Politik in Washington verbunden gewesen, wie sie George Friedman[wp] von Stratfor[wp] Anfang des Jahres angesprochen hat? Läuft heute etwas gegen Russland, wie es Henry Kissinger[wp] bei dem aufstrebenden Deutschland zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts festgestellt hat? Setzt man heute der russischen Nation den Stuhl so vor die Türe, wie man es mit Deutschland gemacht hat? Hat man am Ende des Kalten Krieges die Sowjetunion so getäuscht, wie es mit Deutschland 1917 geschehen ist? Deutschland glaubte an Präsident Wilson[wp] und bekam Versailles. Die Sowjetunion vertraute auf das gemeinsame Haus Europa und bekam die NATO-Garrotte[wp] an seinen Grenzen.» - Willy Wimmer[13] |
| USA geben geheime Liste nuklearer Ziele von 1956 frei
Ein Jahrzehnt nach den Atombombenabwürfen auf Japan arbeitete das von Air Force General Curtis LeMay[wp] aufgebaute Strategic Air Command[wp] an einem umfassenden Vernichtungsschlag gegen die Sowjets. LeMay, der die Atombombenabwürfe auf Japan kommandierte, hatte seit Ende der 1940er Jahre dafür plädiert, Russland in einen Parkplatz zu verwandeln. Eine nunmehr von der George Washington Universität veröffentlichte Air Force-Studie von 1956[ext] für die für 1959 projektierte Erstschlagskapazität erweist sich selbst nach militärischen Maßstäben als zynisch. Das Ausmaß der eingesetzten Mittel überstieg selbst die scheinbaren Übertreibungen in Stanley Kubricks "Dr. Strangelove"[wp] bei weitem. So waren allein für Moskau 179, für Leningrad 145 Atombomben mit Kenngrößen zwischen 1,7 und 9 Megatonnen TNT vorgesehen (zum Vergleich: Die Bomben von Hiroshima und Nagasaki hatten eine Sprengkraft von 0,013 und 0,02 Megatonnen TNT). Die Explosionen sollten in geringer Höhe erfolgen, um maximale Zerstörung und Verteilung des radioaktiven Materials zu erzielen. Seit dem Test Castle Bravo[wp] von 1954 verfügten die USA über eine 15-Megatonnen-Bombe, deren Explosionswolke in die Troposphäre reichte, später sogar über eine 25 Megatonnen-Bombe. Den nun veröffentlichten Dokumenten zufolge verlangten die US-Generale sogar eine 60 Megatonnen-Bombe, was 4.000 Hiroshima-Bomben[wp] entspräche (1961 testeten die Russen eine Wasserstoffbombe in dieser Größenordnung). Zu den militärischen Zielen für einen Nuklearangriff zählten auch etwa 200 von den Sowjets kontrollierte Einrichtungen in der DDR, darunter etliche in der Nähe von West-Berlin, etwa Oranienburg und Hennigsdorf. Die damals den Westmächten unterstehenden West-Berliner, welche die US Air Force als Rosinen-Bomber feierten, wären bei einem atomaren Angriff vor den Toren der Stadt als planmäßiger Kollateralschaden unter friendly fire geraten. Zu den militärischen Zielorten gehörte auch eine Basis in Templin, wo damals Angela Merkel aufwuchs. Von ähnlicher Mentalität waren auch die streng geheimen und von westdeutschen Politikern lange dementierten Pläne der USA, im Fall einer sowjetischen Invasion die innerdeutsche Grenze mit 200 taktischen Atomminen zu verseuchen. Der nukleare Korridor hätte auch zehntausende Westdeutsche das Leben gekostet und Teile Deutschlands unbewohnbar gemacht. Vergangene Woche hatte die George Washington University auch diesbezüglich Geheimdokumente veröffentlicht[ext]. Zivilbevölkerung im Visier Doch wie nun die Studie der Air Force von 1956 zeigt, begnügten sich die Strategen im Pentagon nicht etwa mit der Bekämpfung militärischer Einrichtungen, sondern verfolgten die systematische Vernichtung des Gegners. So sah eine zweite Liste zivile Ziele vor, darunter ausdrücklich Städte. Allein für Ost-Berlin und Vororte waren 91 Ziele markiert. Neben dem direkten Angriff auf die urbane Bevölkerung sollten im Osten auch zivile Produktionsstätten vernichtet werden. Selbst Penicillin-Fabriken, deren Produkte die Bevölkerung nach einem Nuklearkrieg in besonderem Maße benötigt hätte, wählten die US-Militärs als probate Ziele. Der von den Detonationen erzeugte nukleare Fallout sollte die umliegende Bevölkerung dezimieren, die an der Strahlenkrankheit krepiert wäre. Angriffe auf die Zivilbevölkerung standen weder im Einklang mit den offiziellen Regeln der Air Force, noch mit der - allerdings nicht ratifizierten - Haager Landkriegsordnung ("Luftkriegsregeln"). Erst im 1977 verabschiedeten Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen wurde eine entsprechende Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung ebenfalls geächtet. Politischer Hebel für die strategische nukleare Aufrüstung war offiziell die angebliche Bomber- und Raketenlücke[ext] gewesen, welche die Nation scheinbar zwang, zu den Sowjets aufzuschließen. So hatte sich die CIA bei den Paraden zum 1. Mai über die Anzahl der Bomber täuschen lassen, weil die Russen die Maschinen mehrfach über den Roten Platz fliegen ließen, sowie durch Raketenpropaganda. Als die USA 1961 durch verbesserte Spionagesatelliten erkannten, dass die Sowjets statt über 500 gerade einmal über vier einsatzfähige Interkontinentalraketen verfügten und daher keine reale Bedrohungslage bestand, ließ das Pentagon nicht etwa von seinen Plänen ab. Vielmehr |