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Kritische Wissenschaft - critical science
| Sciencefiles ersucht um Spenden und Finanzierung für eine Bestandsaufnahme des Gender-Sumpfes und der Infiltration deutscher Universitäten.[1][2] |
| Kritische Wissenschaft | |
|---|---|
| Beschreibung | Weblog |
| Slogan | And no one, no government agency has jurisdiction over the truth |
| Sprachen | deutsch |
| Online seit | 17. April 2011 |
| Status | Aktiv |
| Weitere Infos | |
| Betreiber | Michael Klein |
| URL | sciencefiles.org |
Kritische Wissenschaft - critical science ist ein von Michael Klein betriebener Blog. Er bietet schwerpunktmäßig eine wissenschaftlich-analytische Betrachtung der Themen Ideologie, Genderismus, Ökonomie, Soziologie und Sozialpsychologie.
PDF-Dokumente
Das Patriarchat - Bedeutung, empirischer Gehalt, politische Verwendung[ext] - Dr. habil. Heike Diefenbach, Juni 2012 (30 Seiten)
Kritische Wissenschaft: Unser Grundsatzprogramm[ext] - Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein, 2012
Faking Public Opinion: How Viviane Reding Abuses Opinion Polls for Her Own Purpose[ext] - Michael Klein, Mai 2012
"Bringing Boys Back In". Soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im Bildungssystem zu ungunsten von Jungen am Beispiel der Sekundarschulabschlüsse.[ext] - Heike Diefenbach & Michael Klein, Zeitschrift für Pädagogik 48(6) 2002 (p. 938-958)
Über Wissenschaft
| Christian Drosten[wp] ist der Kragen geplatzt.
Wir zitieren aus dem Skript zu seinem gestrigen (12. Mai.2020) NDR-Podcast:
Das Argument, das hier in ziemlicher Breite entwickelt wird, kann man einfach zusammenfassen: Im öffentlichen Diskurs konkurrieren Quatsch und rudimentäres Lehrbuchwissen über Coronaviren, mit der Meinung von Drosten, der sein Spezialwissen über Jahre erworben hat und Leute, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, aber es irgendwie zu einem Titel geschafft haben, setzen "Quatsch" in die Welt. Allgemeiner formuliert sieht sich Drosten vor dem Problem, seine eigene, wie er denkt, qualifizierte Meinung mit Quatsch konfrontiert zu sehen, Quatsch, den eine Vielzahl von Personen einfach glauben, weil sie keine Kriterien, anhand derer Quatsch von relevanten Aussagen getrennt werden könnte, anerkennen oder schlicht kennen. Der Hinweis auf die Ärzte und auch Professoren gilt natürlich den Herren Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi. Warum Drosten sich scheut, deren Namen zu nennen, ist ein Teil des Problems, das dazu geführt hat, dass ihm der Kragen geplatzt ist. In unserer Beschreibung ist das Problem, dem Drosten zum Opfer gefallen ist und über das er sich beklagt, eines, das sich aus mehreren Aspekten zusammensetzt:
Bevor wir in die Einzelheiten einsteigen: Eine Diskussion, die von (sehr) divergierenden Standpunkten aus geführt wird, kann nur dann zu einem Ergebnis führen, wenn sich die Diskutanten an gemeinsame Regeln halten, wenn sie versuchen, Kriterien zu befolgen, die angeben, wann der Streit über ein Argument entschieden ist. Solche Kriterien können NUR Kriterien sein, die die Bewährung oder Übereinstimmung von Behauptungen mit der Realität zum Gegenstand haben. Wenn man über die beste Lösung für ein Problem streitet, dann ist die Lösung die beste Lösung, die sich entweder in der Vergangenheit am besten bewährt hat oder die unter angebbaren Randbedingungen und unter klar benennbaren Zielvorgaben, die höchste Wahrscheinlichkeit hat, das angesteuerte Ziel auch zu erreichen. Das sind wissenschaftliche Kriterien, die jede Form von Behauptungen und Aussagen, von "ich finde", "ich glaube", jede Form von irrelevanten Aussagen, wie Angriffen auf die Person des Gegenüber (ad hominem) oder Begründungen, die Legitimation in der Autorität von was oder wem auch immer suchen (ad auctoritatem[wp]) oder Diffamierungen der Gegenseite aufgrund irrelevanter, das Diskussionsthema nicht tangierender Verbindungen oder Verknüpfungen (genetischer Fehlschluss) ausschließen. Das vorausgeschickt. Systematische De-Legitimierung von Wissenschaft Seit Jahren schreiben wir auf ScienceFiles gegen die De-Legitimierung von (Sozial-)Wissenschaften an. Die De-Legitimierung ist das Ergebnis einer Reihe von Effekten, die ihren Ausgangspunkt bei politischen Eingriffen und der Installierung ideologischer Brückenköpfe an Hochschulen nehmen. Fächer wie "Gender Studies", "Queer Studies", "Cultural Studies", "Postcolonial Studies" und anderer Blödsinn, der in den letzten Jahrzehnten auf Grundlage politischer, nicht wissenschaftlicher Entscheidungen an Hochschulen installiert wurde, um dort die Legitimation für Staatsfeminismus und zerstörerische Eingriffe in die meritokratische Grundstrucktur der deutschen Gesellschaft zu legitimieren, haben die (Sozial-)Wissenschaften erheblich beschädigt. Als Folge des Zustroms von Ideologen ist der Grundkonsens darüber, was Erkenntnis auszeichnet, wie sie formuliert und wie geprüft werden soll, verloren gegangen. Ergebnis: Das, was ein beliebiger Positionsbesetzer der Gender Studies über die Welt zu sagen weiß, unterscheidet sich in nichts von dem, was ein beliebiger Angetrunkener in einer Eckkneipe zum Besten gibt. Dadurch, dass Genderista und nicht nur sie, sondern all die sozialistischen Opportunisten, die im Schlepptau der Genderista Hochschulen geflutet haben, die Kriterien von Wissenschaft, die alte weiße Männer über Jahrhunderte formuliert und ausgebaut haben, rundweg abgelehnt haben, gibt es nun kein Kriterium mehr, um ihr Geschwätz von dem eines Irren, der sich für ein Rührei hält (Bertrand Russells Formulierung) unterscheidet. Und wer ScienceFiles regelmäßig liest und sich an Gender Studien erinnert, in denen z.B. herausgefunden wurde, dass Frauen anders kratzen als wer auch immer, der weiß wovon wir reden. Als Folge des Zustroms von Genderista, Sozialisten und anderen Ideologen an Hochschulen, hat Wissenschaft Glaubwürdigkeit verloren. Der monströse Unsinn, der von Genderista oder Queer oder anderen in die Welt posaunt wird, die vielen Legitimationsstudien, die von denen, deren bestes Fach die rektale Fortbewegung ist, für politische Auftraggeber erstellt wurden und die Willkür, die Aussagen von Personen, die an Hochschulen eine Position inne haben, auszeichnet, haben zum Ergebnis, dass (Sozial-)Wissenschaften in Deutschland keinen Respekt mehr erwarten können, niemand mehr auf die Idee kommt, derjenige, der sich kraft seiner wissenschaftlichen Position äußert, habe eine besondere Qualifikation, um das zu sagen, was er sagt. Wenn Christian Drosten sich darüber beklagt, dass seine Qualifikation von Scharlatanen in Frage gestellt wird, dann sollte er nicht vergessen, dass er - wie viele andere (und im Gegensatz zu uns) – dazu geschwiegen hat, dass die Wissenschaften zum politischen Vehikel von Frauenverbänden, Schwulenverbänden, Flüchtlingsprofiteuren, Rechtsextremismus-Unternehmern und vielen anderen umfunktioniert wurden. Vertrauensverlust Die Konsequenz davon, dass wissenschaftliche Kriterien über Bord geworfen werden, dass jede Helga Wurst meint, weil sie ihren Hintern an einer Hochschule plattdrückt, sei sie wissenschaftlich qualifiziert, dass man oftmals den Quatsch, den Positionsinhaber von Hochschulen in die Welt posaunen, nicht mehr von dem Quatsch, den Irre von sich geben, unterscheiden kann, ist ein Vertrauensverlust. Die Stärke von Wissenschaft ist die Fähigkeit, klare Kriterien angeben zu können, bei dern Einhaltung eine bestimmte Handlung zu einem angebbaren Ergebnis führt. Die Stärke von Wissenschaft besteht darin, über die beste Lösung zu einem Problem auf Grundlage von festen Kriterien (Falsifizierbarkeit, Nachvollziehbarkeit) streiten zu können, eine Methodologie zu haben, die es erlaubt, Streitfragen zu entscheiden. Die Stärke von Wissenschaft besteht darin, dass sie begründete Aussagen trifft. Aber das alles ist nicht mehr das, wofür die Inhaber wissenschaftlicher Positionen, die ihre Nase gerne in die Öffentlichkeit tragen, in Deutschland stehen. Sie vermitteln ein Bild von Wissenschaft, das sich nicht von Ideologie unterscheidet. Sie sind die ersten, die auf Kritik mit dem Ruf, den Kritiker zu internieren, reagieren. Sie verbreiten Unsinn und Lügen, wie die vom Gender Pay Gap oder von der "Extremen Mitte", Ergebnisse aus manipulierten Studien und vieles mehr und ruinieren damit den Ruf von Wissenschaft in der Öffentlichkeit. Und als Kollaterlschaden geht das Vertrauen in Wissenschaft verloren. Darüber beklagt sich Christian Drosten zurecht. Er sollte aber nicht vergessen zu erwähnen, warum dieser Vertrauensverlust eingetreten ist. Warum jeder Hempel und jede Tusnelda denken, ihre Meinung sei mindestens so qualifiziert wie die Meinung eines Positionsinhabers aus dem akademischen Zirkus: Hempel und Tusnelda haben insofern Recht als ihre Aussagen sich von denen, die Genderista treffen, nicht unterscheiden, oftmals das selbe unterirdische Nievau und den selben Quatschfaktor aufweisen. Und wenn zwei Quatsch erzählen und der eine sagt, mein Quatsch ist aber besser als deiner, denn ich bin an der UNI, was passiert dann wohl? Die Uni geht den Bach runter. Die Wissenschaft gleich mit. Das Vertrauen in die, die von sich sagen, sie hätten Methoden und Techniken, um besser als andere bestimmte Dinge, die zu ihrem Fachbereich gehören, beurteilen zu können, ist dahin. Vertrauen ist schnell dahin. Es zurückzugewinnen ist ein mühseliger, ein langer Prozess. Systematische und gezielte Diffamierung von Kritik und Kritikern Prozesse, wie die oben beschrieben, haben einen Exodus zur Folge. Menschen, die an Erkenntnis, an Wissen interessiert sind, meiden Hochschulen, denn Hochschulen sind ein El Dorado für diejenigen geworden, die daran interessiert sind, ihre persönlichen Spleens auszuleben und ihre geistigen und körperlichen Deformierungen zu feiern. Zwangsläufig ist das Humankapital, das sich zu bestimmten Themen außerhalb von Hochschulen findet, größer als das, das noch an Hochschulen übrig geblieben ist.Das Vertrauen in Hochschulen ist dahin. Ergo nutzt es denjenigen, die an Hochschulen sitzen, nichts mehr, auf ihre Position zu pochen. Die Kriterien, die Wissenschaft einst ausgezeichnet und in einer wissenschaftlichen Methode ihren Niederschlag gefunden haben, sind in weiten Bereichen der (Sozial-)Wissenschaften nicht mehr bekannt oder werden rundweg abgelehnt. Ein Positionsinhaber kann daher nicht mehr auf die überlegene Art seiner Wissensakquise verweisen, schon weil die meisten Inhaber wissenschaftlicher Positionen keinerlei Wissensakquise mehr betreiben. Das müssen sie nicht mehr, denn sie wissen schon alles. Sie sind keine Wissenschaftler, deren Ziel darin besteht, Phänomene zu erklären und eine Erklärung zu finden, die an der Empirie bewährt ist. Sie sind Ideologen, deren Ziel darin besteht, ihre Position auszunutzen, um "den Menschen", wie die Außeruniversitären dann grundsätzlich heißen, bestimmte Regeln aufzuoktroyieren, bestimmte Interpretationen durchzudrücken. Wieder sind die Gender Studies der Idealtypus. Sie sind ein Sammelbecken von politischen Aktivisten, deren Ziel die Durchsetzung einer politischen Agenda ist. Wären Hochschulen Orte der Wissenschaft, würden Genderista dort nicht geduldet, hätten sie dort nie verankert werden können. Aber Hochschulen sind Orte der Ideologie, Kaderschmieden für schon früh Bornierte, an denen Wahrheiten auswendig gelernt werden, Wahrheiten, die keinerlei Kritik und Gegenrede mehr zulassen. Es ist kein Zufall, dass jeder, der die Genderista kritisiert, diskreditiert wird, dass versucht wird, ihn in eine rechte Ecke zu stellen, ihn persönlich anzugreifen, ihn öffentlich zu verleumden und zu denunzieren. Nur auf eine Idee kommen Genderista nie: Sich der Kritik inhaltlich zu widmen und sie mit Argumenten und nach den Regeln der wissenschaftlichen Methode zu entkräften. Aber das können die Genderista nicht. Sie sind Ideologen, keine Wissenschaftler. Deshalb führen sie einen Krieg gegen Kritiker und versuchen, Kritik als solche zu dämonisieren. Dasselbe Muster findet sich im Hinblick auf die Durchsetzung der Erzählung vom menschengemachten Klimawandel. Auch hier versucht eine Clique von Profiteuren, jede Diskussion, jede Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die Frage, welche Belege es dafür gibt, dass Menschen für den Klimawandel verantwortlich sind, unmöglich zu machen. Wer die vom Klimagott persönlich verkündete Wahrheit kritisiert und in Frage stellt, über den fällt die Meute der sogenannten Faktenchecker/-finder her, Positionen, die eigens geschaffen wurden, um jeden geregelten und an empirischen Kriterien orientierten Diskurs in der Öffentlichkeit zu unterbinden, Leute, die allein durch ihr Dasein dazu beitragen, öffentlichen Diskurs, an Kriterien orientierten öffentlichen Diskurs, mit dem Ziel, die beste Lösung oder Einschätzung zu einem Problem zu finden, zu verunmöglichen. Seit Jahrzehnten ist es für die politische Klasse bequem gewesen, jeden wissenschaftlichen Streit über Politiken zu unterdrücken, sei es die teure Energiewende, sei es die über den Sinn und die Gefahren von Massenmigration, sei es die, über den Zweck davon, Frauen minderer Qualifikation in Positionen zu hieven, um eine "Gender-Parität" zu erreichen, sei es, über die Frage, ob der Klimawandel wirklich ein menschengemachter ist. Das Ergebnis kann nunmehr besichtigt werden: Der öffentliche Diskurs ist verroht, wird nicht mehr geführt, um die beste Lösung zu anstehenden Problemen zu finden, denn jeder, der sich im öffentlichen Diskurs beteiligt, weiß schon, dass er im Vollbesitz der Wahrheit und die Gegenseite verderbt und des Teufels ist. Es geht entsprechend nicht um den Austausch von Argumenten, sondern um das Finden der besten Diffamierungsmethode. Quatsch-Überflutung des öffentlichen Diskurses und Verrohung Es fehlen Kriterien, um Quatsch von wertvollen Diskussionsbeiträgen zu unterscheiden. Wo kein gemeinsamer Boden mehr vorhanden ist, der die Kriterien beschreibt, bei deren Erfüllung ein Streit entschieden ist, wird ein Streit zwangsläufig irrational und emotional. Die Emotionalisierung von Debatten, die infolge der Entwissenschaftlichung immer häufiger geworden ist, verhindert eine kriteriengeleitete Diskussion. Wir finden uns in einem Teufelskreis. Positionsinhaber an Hochschulen sind Teil dieses Teufelskreises, denn sie bringen häufig keine sachlichen Beiträge, verweisen statt dessen auf die Opferrollle von Frauen, die Gefahr, dass XY von Rechten übernommen wird oder darauf, dass Klimaschutz auch jetzt ganz ganz wichtig sei, mit anderen Worten, sie betreiben weiter den Opportunismus, der sie in der Vergangenheit gefüttert hat. Die Konsequenz ist eine Kakophonie aus Blödsinn und Gemeinheit, ein Diskurs, der getrieben wird von Aggression, Emotion, Nickligkeit und Hass. Einigung unmöglich. Die einzige Möglichkeit, aus dieser Situation, in der eine Diskussion um die Lösung von praktischen Problemen nicht möglich erscheint, herauszukommen, besteht darin, die oben benannten wissenschaftlichen Kriterien allgemeinverbindlich einzuführen. Das hätte eine Reihe von Konsequenzen, u.a.
Auf dieser Grundlage wäre es dann möglich, dass Christian Drosten und Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhagdi miteinander in einer Fernsehsendung diskutieren und ihre Argumente NEBST BELEGEN für die jeweilige Sicht der Dinge vortragen. Das setzt voraus, dass die Mainstream-Medien ihre Beteiligung an der Diffamierung von Kritikern als politisch-korrekt befundener Behauptungen und ihre Anbiederung an politische Akteure aufgeben und wieder zu unabhängigen Medien der Information werden, so wie es derzeit nur die sozialen Medien sind. (Deshalb ist der Hinweis von Drosten auf die sozialen Medien fehl am Platze: Er würde besser daran tun, die Rolle von Mainstream-Medien bei der Unterdrückung legitimer Argumente zu kritisieren.) Wer unter den Dreien der Diskutant ist, der vom Thema die meiste Ahnung hat, wer die meisten Belege für seine Aussagen beibringt und am Ende die beste Erklärung des diskutierten Problems vorzuweisen hat, z.B. ob es sich bei SARS-CoV-2 um ein gefährliches Virus handelt, das - u.a. weil es aerosol verbreitet werden kann - drastische Maßnahmen zur Eindämmung erfordert, sollte leicht ersichtlich sein. Insbesondere wenn die Diskussion von einem geübten Wissenschaftler geleitet wird, der jede Aussage, die den genannten Kriterien nicht entspricht, rügt, bzw. mit der Bitte, einen empirischen Beleg zu liefern oder die Aussage zurückzunehmen, an den, der sie geäußert hat, zurückgibt. Die Lösung des Problems ist eine basisdemokratische, bei der um Unterstützung in der Bevölkerung geworben werden muss und es ist eine, die eine funktionierende und nicht von politischen Ideologen gekaperte Wissenschaft voraussetzt. Und damit sind wir wohl wieder am Anfang des Problems. | ||
| – ScienceFiles[3] |
Über Ideologie
| Das wird etwas länger und in Teilen biographisch und persönlich … und es wird eine Geschichte, die man als Allegorie fassen kann, die Leiden eines Elephanten, der von kleinen Wanzen heimgesucht wird, die versuchen, ihm ans Bein zu pissen. Letztlich kann man sich als Elephant der Wanzen nur dadurch entledigen, dass man sie plattstampft. ...
Aber fangen wir vorne an. Es war Anfang 1990 an der Universität Mannheim, dass ich Heike Diefenbach kennengelernt habe, sie damals Mitarbeiter von Hartmut Esser, wohl zu dem Zeitpunkt „DER“ Soziologe in Deutschland, ich Mitarbeiter in einem Projekt der Europäischen Union. Ab 1990 haben Heike und ich die wissenschaftliche und die außerwissenschaftliche Welt gemeinsam durchschritten, ein Weg, der voller schöner Erinnerungen ist, und der ausgerechnet in Chemnitz weitergeführt wurde, einer typischen nach-DDR-Stadt, die damals so gar nicht „schön“ war. Aber mit Bernhard Nauck im Fachbereich Soziologie hatte Chemnitz einen weiteren der großen alten Männer, dem die Aufgabe anvertraut war, die Soziologie in Chemnitz aufzubauen. Heike Diefenbach, die in den sechs Jahren, die sie an der TU-Chemnitz gelehrt und geforscht hat, zum Dr. summa cum laude mit einer preisgekrönten Dissertation promoviert wurde, war sein wichtigster Mitstreiter bei dieser Aufgabe. Es war eine fast unbeschwerte wissenschaftliche Zeit, angefüllt mit schönen Erinnerungen, z.B. an einen ikonischen Vortrag, den wir gemeinsam im vollbesetzten Tagungsraum der Section „Sociological Theory and Rational Choice“ in Montréal gehalten haben. Eine Diskussion der theoretischen Probleme von Rational Choice, die Siegwart Lindenberg und Karl-Dieter Opp zum wissenschaftlichen Streit mit uns und unter einander angeregt hat und darin gemündet ist, dass Karl-Dieter Opp, der wichtigste Vertreter der Rational-Choice Theorie in Deutschland, Dr. Diefenbach als seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter angeworben hat. Bewerbungsgespräch unnötig und auf verwunderte Nachfrage mit dem Hinweis quittiert: „Aber ich kenne Sie doch!“ (bloß aufgrund des Vortrags). Mehrere Jahre an der Universität Leipzig folgten, in denen Heike wie schon in Chemnitz viele Publikationen zu Themen der Familien-, der Migrationssoziologie und zu Soziologischer Theorie, darunter einen Lehrbuchbeitrag zu Rational Choice verfasst hat. Es war eine Zeit, in der man mit Leuten, die ins „andere wissenschaftliche Lager“ gehörten, angeregt diskutieren konnte, sich mit Herausgebern von Zeitschriften über die vierte Art von Selbstmord austauschen konnte, die Emile Durkheim beschrieben, aber viele seiner Rezipienten überlesen haben, und eine Zeit, in der Heike auf die schulische Pleite von Jungen aufmerksam geworden ist. Das war Anfang der 2000er, als die Sozialwissenschaften langsam von den Tratschweibern mit Opferrolle, die alles „feministisch“, aber eben nicht wissenschaftlich betrachten wollten, überschwemmt wurden. Erstes Ergebnis: Bringing Boys Back In. Wir haben uns die Weihnachstferien um die Ohren geschlagen, einen Mitarbeiter, Otto Neumann, des Statistischen Bundesamts fast exklusiv beschäftigt, Daten von Hand aus Tabellen ausgelesen und in Excel eingegeben, in SPSS transferiert, so wie man das damals noch machen musste. Und am Ende haben wir mit Bringing Boys Back in, dem Beitrag, in dem nachgewiesen wurde, dass nicht Mädchen, sondern Jungen Nachteile im Schulsystem haben, ein kleines sozialwissenschaftliches Beben ausgelöst. Damals unbeabsichtigt und weitgehend unbemerkt von uns. Indes, dass die deutsche Wissenschaft, von der Bernhard Nauck schon Mitte der 1990er Jahre und mit Blick auf diejenigen, die sich auf eine Stelle in einem Projekt, das Dr. Diefenbach konzipiert und eingeworben hatte, beworben haben, festgestellt hat, dass sie eben nicht besser sei, im freien ideologischen Fall, dabei war, von feministischen und sozialistischen Horden überrannt zu werden, das war damals schon deutlich und dass es politisch gewollt war, auch. Um das einmal eindeutig festzustellen: Die Zerstörung der institutionellen Sozialwissenschaften war und ist politisch gewollt. Das hat sich schon in den Bildungsberichten der Bundesregierung in den 1990er Jahren, in denen sich die Polit-Darsteller nur mit apodiktischen „Dem muss widersprochen werden“ – und wenn Sie auf eine Begründung hoffen, dann hoffen Sie bis heute vergeblich, gegen die Ergebnisse und ihre Schlussfolgerungen, die unter anderem Dr. Diefenbach in ihren Beiträgen gezogen hat, wehren konnten. Dessen ungeachtet fällt in diese Zeit das bis heute Standardwerk zum Bildungserfolg von Migrantenkindern, das gleichzeitig die Habilitationsschrift von nunmehr Dr. habil. Heike Diefenbach darstellt. Bis heute kommt niemand, der sich mit Bildung und Migration befasst, an diesem Buch vorbei. Indes, dass das Klima an Hochschulen immer mehr feministisch oder neuderings genderistisch vergiftet, die Reformen in den Hochschulgesetzen, die Professuren in ihrer Bedeutung und ihrer Bezahlung erheblich abgewertet haben, war in der ersten Hälfte der 2000er Jahre nicht mehr übersehbar. Und das hat schließlich dazu geführt, dass Dr. habil. Heike Diefenbach eine Lebensstellung als Akademischer Rat an der LMU in München gekündigt und alle Angebote auf eine Professur ausgeschlagen hat, um fortan Wissenschaft ohne institutionelle Schranken zu betreiben. Das erstaunliche dieser post-universitären Phase ist nun, dass die Bitten, Heike möge für diesen Reader einen Beitrag schreiben, die Federführung in diesem Projekt übernehmen, für die DFG arbeiten, im Projekt der Bundesregierung mitarbeiten, nicht weniger, sondern eher mehr geworden sind. Indes, außer den Anfragen um wissenschaftliche Beiträge hat keine Anfrage einen positiven Bescheid erhalten, schon weil wir mittlerweile in das Vereinigte Königreich ausgewandert waren. Und so hat sich Dr. habil. Heike Diefenbach nicht nur zur international anerkannten und einem der international am besten bekannten deutschen Soziologen (dokumentiert u.a. in einem Eintrag im Who’s Who in the World, als einer von nur wenigen deutschen Wissenschaftlern) entwickelt, sie stellt auch nach wie vor gut 99% der auf Resea |
