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Georg Schramm

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Georg Schramm
Georg Schramm.jpg
Geboren 11. März 1949
Beruf Kabarettist
URL georg-schramm.de

Georg Schramm (* 1949) ist ein deutscher Diplom-Psychologe und politischer Kabarettist.

Privates

Georg Schramm ist Vater dreier Kinder. Er lebt in zweiter Ehe in Badenweiler.[1]

Oberstleutnant Sanftleben: Das Weichziel ist der Mensch

Kabarett

Georg Schramm spielt in seinen Auftritten vor allem die Kunstfiguren

  • Lothar Dombrowski, einen renitenten, kriegsversehrten Rentner,
  • Oberstleutnant Sanftleben, einen vom langen Militärdienst gezeichneten Presseoffizier und Kommunikationsbeauftragten,
  • Drucker August, einen mental in der Vergangenheit lebenden hessischen Sozialdemokraten und Gewerkschafter, der bald in Rente geht,
  • einen stets rheinischen Frohsinn versprühenden, ewig kalauernden Pharmareferenten.

Werke

Lassen Sie es mich so sagen ... (2007)
  • 1998 Bunter Abend für Revolutionäre: Ein satirischer Festakt zur 1848er Revolution. (Audio-CD, mit Matthias Deutschmann, Georg Schramm und Helmut Lörscher)
  • 2000 Störtebeker. Ein Schwank in zwei Akten (DVD, aufgezeichnet beim 3satfestival 2000)
  • 2002 Mephistos Faust (DVD, aufgezeichnet beim 3satfestival 2002, ISBN 3-9810337-0-1)
  • 2004 Schlachtenbummler (Audio-CD, aufgezeichnet am 16. Februar 2004, ASIN 3866041454)
  • 2005 Thomas Bernhard hätte geschossen (Audio-CD, aufgezeichnet 2005 in der Comedia Köln, ISBN 3-9810337-2-8)
  • 2006 Schlachtenbummler (Audio-CD, unveränderte Neuauflage, ISBN 3-86604-145-4)
  • 2006 Thomas Bernhard hätte geschossen (DVD, aufgezeichnet beim 3satfestival 2006, ISBN 3-9810337-3-6)
  • 2007 Lassen Sie es mich so sagen .... Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit. Karl Blessing-Verlag, ISBN 3-89667-348-3
  • 2008 Thomas Bernhard hätte geschossen. Update 2008. (Audio-CD, 147 Min., aufgezeichnet am 28. September 2008 im Pantheon-Theater Bonn, ISBN 3-9810337-5-2)
  • 2011 Meister Yodas Ende. Über die Zweckentfremdung der Demenz (Audio-CD, aufgezeichnet im Juni 2011 im Pantheon-Theater Bonn)

Zitate

Zitat: «Politik machen Interessenverbände, die die Fäden ziehen, an denen politische Hampelmänner hängen, die uns dann auf der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen dürfen. Diese Politfiguren dürfen in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnis­anstalten bei den Klofrauen Christiansen[wp][anm 1] und Illner[wp] ihre Sprechblasen entleeren. Und wenn sie da ihre intellektuelle Notdurft verrichtet haben und es tröpfelt nach, dann können sie sich bei Beckmann[wp] und Kerner[wp] an der emotionalen Pissrinne auch noch unter's Volk mischen.»[2]
Zitat: «Der Bundespräsident soll eine Frau sein, das soll ein Zeichen werden, aus dem Osten, noch ein Zeichen, warum nicht noch alleinerziehend und im Rollstuhl, weil man ein Zeichen setzen will. [...] Der Urnenpöbel wird mit Zeichen abgespeist.»[2]
Zitat: «Das ist das Fundament einer Volksreligion: Die Unterdrückung einer berechtigten Frage. (...)
Die Bedeutung des gesprochenen Wortes tendiert gegen Null. (...) [Das gesprochene Wort] war eine Kommunikations­methode, das ist es nicht mehr. Es ist nur noch Methode zur Verwirrung. Sie können alles sagen, aber nur, weil es keine Bedeutung mehr hat. Sie können auch Nonsens[wp] sagen, es fällt nicht auf Sie zurück. Man darf heute Wörter sagen wie Minuswachstum, ohne dass irgendjemand Sie für einen Schwachkopf hält. Oder das gute deutsche Ehrenwort. Mühsam hat's sich vom Zweiten Weltkrieg erholt, da kommt ein Pfälzer Gesäß und setzt sich drauf. Alles ohne jede Konsequenz! (...) Das Wort hat keine Bedeutung mehr. (...) Die Worte haben nur noch einen einzigen Zweck, sie dienen der Unterhaltung. (...)
Wir stehen am Grab des Wortes. Es ist nicht schön gestorben. Es ist nicht vom Zensor erwürgt worden. Es ist als leere Worthülse im Brackwasser der Beliebigkeit ertrunken.»[3]
Zitat: «Der Roosevelt[wp], der hat in Amerika den Staatskapitalismus ausgerufen und eingeführt, und hat die Reichen geschröpft - und bei uns hat das bürgerliche Großkapital und die Hochfinanz einen Schlägertrupp engagiert, damit die systemische Bedrohung in den Griff gekriegt wird.»[4]

Über den Zorn, die Vernunft und das Böse:

  • "Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht." [5]
    "Tunc enim robustius contra vitia erigitur, cum subdita rationi famulatur." - Papst Gregor der Große[wp][6]
    "Unde Gregorius dicit, in V Moral., quod tunc robustius ratio contra vitia erigitur, cum ira subdita rationi famulatur." [7]

Über den Klassenkampf:

  • "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen." [8]
    "There's class warfare, all right, but it's my class, the rich class, that's making war, and we're winning." - Warren Buffett[wp][9]

Über die Ohnmacht:

  • "Es ist kein Zufall, dass eine bestimmte Figur von mir diesen Satz sagt: der alte Sozialdemokrat. Er meint, man müsste mal einem wie dem Ackermann die Rübe runtermachen - stellvertretend für die ganzen anderen. Diese Figur ist eine Stimme aus dem Volk, die authentisch ist. Ich wette mit Ihnen, dass unzählige Leute abends in der Kneipe diesen Satz schon mal genau so gesagt haben. Das ist eine Sehnsucht. Es geht nicht darum, Ackermann zu erschießen. Es geht um die Sehnsucht, sich aus der Ohnmacht zu befreien." [10]
  • "Der Kapitalismus basiert auf der seltsamen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen mit widerwärtigen Motiven irgendwie für das Gemeinwohl sorgen werden." - John Maynard Keynes[wp] [5]
  • "Progrediente Nihilitas vulgaris" (Gemeine Bedeutungslosigkeit im Endstadium)[11]
  • "Frankreich (ist) berühmt für die großen Staatsbankrotte. In Sarkozys[wp] Heimat hat der König den Kontostand damit ausgeglichen, dass er die Gläubiger köpfen ließ. Das war beim Volk eine nicht unbeliebte Methode und hieß 'Aderlass'."[12]
  • "Ich habe für mich das Gefühl, Du kannst sagen, was Du willst: Es ist für die Katz." - (Meister Yodas Rente, 2:34 Min.)[13]
  • "Zumal meine Hauptfigur Dombrowski sich meiner Meinung nach in eine Ecke gespielt hat, aus der er nicht mehr rauskommt. Also nur noch mit Gewalt, und die kann man auf der Bühne schlecht darstellen." - (Meister Yodas Rente, 13:48 Min.)[13]
  • "Ich bin so alt mittlerweise, ich habe nichts zu verlieren. Ich habe lang genug gewartet, dass mir Respekt entgegen­gebracht wird in der Politik, die haben mich doch dauernd im Mund: ich bin der 'Kleine Mann auf der Straße', den sie dauernd erwähnen. Aber wenn man sieht, was passiert in diesem Land passiert, dann kann man nur sagen: die haben keinen Respekt vor mir. Dann sollen sie wenigstens Angst haben. Respekt wäre mir lieber gewesen." - (Meister Yodas Rente, 14:23 Min., Zitat aus Thomas Bernhard hätte geschossen, 2008)[13]
  • "Der hessische Drucker August: Dafür gibt es ein lebendes Vorbild: Das war mein Vater. Ich komme aus einer kleinen sozial­demokratischen Familie. Und ich konnte mich in das Gefühlsleben meines Vaters, der ein kleiner Hilfsarbeiter war, konnte ich mir naturgemäß sehr gut einfühlen. [...] Es gab immer mal Zuschauer, die gesagt haben: Warum spielen Sie eigentlich so'n dummen Sozial­demokraten? Und ich werde ganz selten ärgerlich gegenüber Zuschauern. Das war dann regelmäßig der Punkt, wo ich fast ausfallend geworden bin und habe gesagt: Entschuldigung, ich glaube, da haben Sie etwas falsch verstanden. Der ist nicht dumm, der hat nur eine andere Sicht der Dinge. Und er hat auch nicht ihr Vokabular wahrscheinlich. Der gehört auch nicht ihrer Schicht an, aber deswegen ist er ja nicht dumm. Der sieht es einfach nur anders. [...] Ich habe Leute im Osten und in Hamburg erlebt, die mir gesagt haben, ich hatte das Gefühl, mein Vater steht auf der Bühne. Und da habe ich dann irgendwann kapiert: Das ist der Prototyp eines einfachen Arbeiters. Der früher natürlich ein SPDler war. Und die sterben aus. So wie der Drucker auch ausgestorben ist." - (Meister Yodas Rente, 18:20 Min.)[13]
  • "Der Hildebrand[wp] hat den wunderschönen Satz gesagt: Kein Kernkraftwerk in Deutschland ist ohne meinen Protest ans Netz gegangen. Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt, aber eben nur fast alles. [...] Ich erlebe seit ein paar Jahren, dass ich - ohne, dass ich's persönlich merke - anderen Leuten Mut mache, den ich schon verloren habe. Den mache ich anderen Leuten. [...] Erstaunlicher­weise sind auch junge Leute dabei. [...] Ich denke, komisch, ich spür das gar nicht mehr. Aber, wenn ich denen, die ihr Leben noch vor sich haben, Mut machen kann, so weiterzumachen, dann hat es schon seinen Sinn gehabt. Obwohl ich selber kein Empfinden mehr dafür habe. Ich selber habe für mich das Gefühl: Du kannst sagen, was du willst. Es ist für die Katz." - (Meister Yodas Rente, 29:37 Min.)[13]
  • "Es gibt vielleicht nur ein einziges Mal im Leben eines Soldaten eine Chance, sinnvoll Blut zu vergießen. Möglicherweise wäre Srebrenica[wp] so eine Chance gewesen. Das werden wir nie rauskriegen. [...] Stellen Sie sich mal vor, wir wären dazwischen gegangen als deutsche Soldaten. Auf dem Balkan hätten wir 8.000 Männern das Leben gerettet. Familien wären zusammen­geführt worden. Tränen­über­strömt hätten sie sich in den Armen gelegen. Wir hätten eine Zigarette geraucht mit den Männern und hätten gesagt: Ihr braucht euch nicht zu bedanken. Wir waren euch noch was schuldig, von damals. Militante Humanität als tätige Reue quasi. (Oberst Sanftleben) - Ich hatte eine pazifistische Phase [...] und habe die im Zuge des Balkankrieges verloren. [...] Ich habe seitdem das pazifistische Lager nicht mehr betreten. Ich bin äußerst kritisch, in Bezug auf Bundes­wehr­einsätze, aber ich bin kein Pazifist mehr." - (Meister Yodas Rente, 32:03 Min.)[13]
  • "(Georg Schramm trat der Verleihung des Fromm-Preises als er selbst auf) Und wenn der Dombrowski, meine Figur Dombrowski, hier das Rumpel­stilzchen gegeben würde, gewürzt mit ein paar Verbal­injurien, hätte ich bestimmt hingekriegt. [...] Meine Figur Dombrowski arbeitet gerne gegen die Erwartungen der Zuschauer und in dem Fall ist die einfachste Methode, er kommt nicht. Er tritt einfach gar nicht auf. Es gibt noch einen zweiten Grund für mich persönlich. Ich muss ihn (Dombrowski) ganz langsam davor in Schutz nehmen, dass er zu einer bestellbaren Krawall­schachtel wird." - (Meister Yodas Rente, 42:27 Min.)[13]
  • "Ich glaube, dass es bald keine Arbeiter mehr gibt. Gucken Sie mal meinen Enkel, der hat Internet, der hat seinen eigenen Drucker. Und der sagt zu mir immer: Opa, es ist kinderleicht mit einem Drucker. Was willste dem Bub noch sagen? (Drucker August)" - (Meister Yodas Rente, 52:00 Min.)[13]
  • "Möglicherweise ist der Zusammenbruch unseres Bildungs­systems keine Fahr­lässig­keit. Vielleicht steckt ein tieferer Sinn dahinter. [...] Alles was Sie für Fehl­leistungen von Politikern halten, das sind vielleicht gar keine. [...] Überlegen Sie doch mal, dann lösen sich die ganzen Widersprüche auf. Die Wut wird noch größer, aber die intellektuelle Verwirrung lässt nach."[14][15]
  • "Wählen Sie nicht 'Nach uns die Sintflut'. Wann, wenn nicht jetzt nehmen Sie die Verantwortung in die Hand und sagen 'Wir müssen eine Wechsel versuchen!' Nach uns die Sintflut stimmt nämlich gar nicht, sie ist schon da. Wir, wir SIND die Sintflut!"[16]

Interviews

Auszeichnungen

Vorträge

Ausschnitte seiner Auftritte

Über Schramm

Zitat: «Georg Schramm macht nicht nur Witze über das Alltägliche, über das wir aus Medien erfahren, er wühlt auch in der Geschichte. Dabei findet er immer wieder Beispiele, an denen er uns aufzeigt, dass es vieles, was wir als Eigenar