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Mummifikation

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Der Begriff Mummifikation (oder englisch Mummification) geht auf das englische Wort für Mumie[wp] (= Mummy) zurück.

Um die Körper ihrer verstorbenen Herrscher für die Ewigkeit zu konservieren, wurden diesen zunächst die inneren Organe entnommen und sie danach mit diversen Ölen einbalsamiert, so dass nach einigen Wochen alles vom Leichnam entfernt werden konnte außer der Haut und dem Skelett. Danach wurde der tote Körper mit einer Mischung aus Pferde- und Kamelurin gewaschen und mit Weihrauchharz gegerbt. Üblicherweise wurde das Herz an seiner Stelle im Leichnam belassen, vor allem bei hochrangigen Persönlichkeiten. Manche Körper wurden zusätzlich mit duftenden Kräutern und Weihrauch­harzperlen gefüllt.

Im BDSM-Kontext spielt das Wort Mummifikation allerdings nicht auf die verwesungs­unterbindenden Rituale an, ebenfalls geht es nicht um die Konservierung von Leichen. Viel mehr spielt der Begriff Mummifikation auf die Leinenbinden an, mit denen die fertig präparierte Mumie am Ende der gesamten Prozedur bandagiert wurde.

Mummifikation bezeichnet also eine Sonderform des Bondage, bei der eine Person komplett oder teilweise mit einem beliebigen Material umwickelt wird. Dabei sind die Bandagen[wp] üblicherweise eng am Körper anliegend und damit stark bewegungs­einschränkend. Darüber hinaus können sie auch reizdeprivierend eingesetzt werden, indem zum Beispiel die Augen, der Mund und die Ohren bedeckt werden. Dies führt zu einer intensiveren Körper­wahrnehmung bei Berührungen.

Gängige Materiale für eine Mummifikation sind Plastikfolie, Gips, Bondage Tape, medizinische Verbände, Paketband oder Ducttape.

Bei der Durchführung einer Mummifikation ist es enorm wichtig, bestimmte Sicherheits­vorkehrungen einzuhalten. Erst einmal sollte sichergestellt sein, dass die passive Person nicht unter Klaustrophobie[wp] leidet oder gegen irgend ein verwendetes Material allergisch ist. Dann sollte eine Position gewählt werden, die stabilisierend wirkt, damit die fixierte Person während der Mummifikation nicht ihren Halt verliert. Auch die Durchblutung muss überwacht werden. Es ist sinnvoll, die Fixierung zwar eng, aber eben nicht zu eng an den Körper anzulegen. Aus Sicherheitsgründen ist die Mummifikation eine Praktik die grundsätzlich nur für einige Minuten ausgeübt werden sollten, ansonsten sind gegebenenfalls durch­blutungs­fördernde Massagen währenddessen nötig. Um die passive Person später verletzungsfrei aus ihrer Fixierung zu befreien, sollte eine scharfe medizinische Schere mit abgerundeten Spitzen bereitliegen.

Während der Mummifikation ist mit starkem Schwitzen zu rechnen, so dass für die Zeit danach eine Decke und Wasser bereitgehalten werden sollte, um eine Unterkühlung und Dehydratation[wp] zu vermeiden.

Da die Mummifikation eine relativ intensive BDSM-Praktik ist, empfiehlt sich ihre Durchführung eigentlich nur in einem sehr vertrauensvollen Setting. Das Gefühl der Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein ist unter Umständen um ein vielfaches stärker als bei anderen Bondage-Formen. Gleichzeitig kann der Ausbruch einer Panik derartig fixiert schnell zu einem kompletten Zusammenbruch des Kreislaufs und des Bewusstseins führen. Es ist also eher eine Spielart, die erfahrenen BDSMlern vorenthalten sein sollte, die ihren Körper und ihre physischen Reaktionen gut kennen und das Risiko dieser Praktik gut einschätzen können.

Eine recht einfache, aber leider auch kostspielige Alternative zur material­aufwändigen Mummifikation stellt übrigens das Vakuumbett dar.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mummification von Das beherrsch-mich-Fetisch-Lexikon, 20. Mai 2026.